
Guten Morgen und schön, dass du heute dabei bist.
„Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“
Markus 6,31
Ein kurzer Blick auf das Smartphone: nur noch drei Prozent. Sofort beginnt die Suche nach einem Ladekabel, einer Steckdose oder einer Powerbank. Niemand möchte mit einem leeren Akku unterwegs sein.
Mit unserer Seele gehen wir oft weniger aufmerksam um.
Wir wechseln von einer Aufgabe zur nächsten, beantworten Nachrichten, kümmern uns um andere und versuchen, noch ein wenig länger durchzuhalten. Ein freier Abend, eine Tasse Kaffee oder ein ruhiges Wochenende sollen möglichst schnell wieder genügend Energie liefern.
Doch unsere Seele besitzt keine Schnellladefunktion.

Jesus und seine Jünger hatten an jenem Tag kaum Gelegenheit zum Essen. Ständig kamen neue Menschen, neue Fragen und neue Erwartungen auf sie zu. Jesus reagierte nicht mit einem noch strafferen Zeitplan. Er sagte: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“
Er wusste, dass Menschen nicht endlos geben können, ohne selbst neu zu empfangen.
Diese Ruhe war keine Flucht vor der Verantwortung. Sie sollte die Jünger darauf vorbereiten, den Menschen anschließend wieder aufmerksam und liebevoll zu begegnen. Auch Jesus zog sich regelmäßig zurück, um zu beten und die Gemeinschaft mit seinem Vater zu suchen.

Manchmal funktioniert dein Alltag noch, obwohl deine innere Kraft längst nachlässt. Du erledigst, was notwendig ist, doch deine Geduld wird kürzer. Freude verschwindet hinter Pflichten. Selbst kleine Anforderungen fühlen sich plötzlich schwer an.
Dann braucht deine Seele mehr als Ablenkung oder Schlaf. Sie braucht einen Ort, an dem sie nicht leisten muss.
Jesus lädt dich nicht nur zu einer Pause ein. Er lädt dich zu sich ein.
Bei ihm musst du keine Energie vortäuschen. Du darfst müde sein, schweigen und abgeben, was dich innerlich beschäftigt. Seine Nähe wirkt nicht wie ein kurzer Energieschub, nach dem alles unverändert weitergeht. Sie erinnert dich daran, dass dein Wert nicht von deiner Belastbarkeit abhängt.
Vielleicht besteht der wichtigste Schritt heute darin, einige Minuten nichts lösen zu wollen.
Lege das Handy beiseite. Atme ruhig. Sprich mit Jesus über das, was dich erschöpft. Lies einen Vers langsam und ohne Zeitdruck. Bleibe einen Moment bei ihm, auch wenn du zunächst nichts Besonderes fühlst.

Eine Seele wird nicht auf Knopfdruck erneuert. Doch in der Nähe Jesu darf sie allmählich wieder ruhig, weit und lebendig werden.
Darum bringen wir unsere Müdigkeit jetzt zu ihm.
Jesus, ich merke, wie oft ich nur noch funktioniere. Ich erledige meine Aufgaben, doch in mir wird es still und kraftlos.
Du treibst mich nicht weiter. Du rufst mich zu Dir und erlaubst mir, bei Dir auszuruhen.
Ich lege vor Dir ab, was mich müde macht. Meine offenen Aufgaben, meine kreisenden Gedanken und den Druck, allem gerecht werden zu müssen.
Schenke meiner Seele Deine Ruhe. Erneuere meine Gedanken und fülle mein Herz mit Deinem Frieden.
Lehre mich, meine Grenzen ernst zu nehmen. Zeige mir, wann ich weitergehen und wann ich bewusst anhalten soll.
Ich möchte nicht allein aus meiner eigenen Kraft leben. Lass Deine Liebe die Quelle sein, aus der ich empfange und weitergebe.
Bei Dir darf ich bleiben. Bei Dir darf meine Seele wieder atmen.
Amen.
