1068 – Kann eine KI von Jesus erzählen?

1068 – Kann eine KI von Jesus erzählen?

Jesus Christus spricht nach seiner Auferstehung zu seinen Jüngern und sendet sie aus, ChatGPT
Jesus Christus spricht nach seiner Auferstehung zu seinen Jüngern und sendet sie aus, ChatGPT

Schön, dass du dir heute Zeit für eine Frage nimmst, die diese Andacht selbst betrifft.

Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.
Markus 16,15

Jesus gibt seinen Jüngern einen Auftrag: Die gute Nachricht soll hinaus. Menschen sollen erfahren, wer Jesus Christus ist, was er getan hat und welche Hoffnung durch ihn in diese Welt gekommen ist.

Damals gab es keine Mikrofone, kein Radio, kein Internet und keine künstliche Intelligenz. Die Jünger gingen zu Fuß, sprachen auf Plätzen, in Häusern und Synagogen. Später wurden Briefe geschrieben, abgeschrieben und weitergegeben. Heute erreichen Worte innerhalb von Sekunden Menschen auf der ganzen Welt.

Die Arbeit der KI wird kontrolliert, ChatGPT
Die Arbeit der KI wird kontrolliert, ChatGPT

Aber darf dafür wirklich jedes technische Mittel eingesetzt werden? Darf sogar eine künstliche Intelligenz an einer Andacht mitarbeiten?

Die Frage ist berechtigt. Denn künstliche Intelligenz glaubt nicht. Sie betet nicht. Sie vertraut Jesus nicht. Sie trägt keine geistliche Verantwortung. Sie kann überzeugend formulieren und trotzdem falschliegen. Sie kann missbraucht werden, Bilder manipulieren, Stimmen täuschend echt nachbilden und Menschen etwas vorspielen, das niemals geschehen ist.

Stimme für KI-Andacht eingefangen, ChatGPT
Stimme für KI-Andacht eingefangen, ChatGPT

Auch die Stimme dieser Andacht gehört zu einem Menschen: Michael Voß, der Herausgeber von KI-Andacht.de, hat seine Stimme dafür der Podcast-Version zur Verfügung gestellt. Gedanken und Richtung dieser Andacht wurden von ihm, einem Menschen, vorgegeben. Die KI hilft bei der redaktionellen Ausarbeitung. Was veröffentlicht wird, entscheidet und verantwortet am Ende ein Mensch. Und wie bei jeder Andacht bleibt dabei etwas Entscheidendes: Auch der Mensch kann sich nicht darauf verlassen, dass jeder eigene Gedanke automatisch richtig ist. Deshalb betet er zu Gott und bittet darum, dass seine Gedanken von ihm geführt sind und das, was am Ende weitergegeben wird, Gottes Willen und seiner Botschaft entspricht.

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Ein Werkzeug wird nicht dadurch gut, dass es modern ist. Und es wird nicht automatisch schlecht, weil es mächtig ist. Entscheidend ist, wofür wir es einsetzen, was wir damit verbreiten und ob wir bereit sind, Verantwortung dafür zu übernehmen.

Paulus beschreibt einen Gedanken, der dabei wichtig sein kann:

Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette.
1. Korinther 9,22

Paulus sagt nicht: Der Zweck heiligt jedes Mittel. Er verbiegt auch nicht die Botschaft. Aber er sucht Wege zu den Menschen. Er spricht so, dass sie ihn verstehen können. Sein Ziel bleibt das Evangelium.

Genau daran muss sich auch der Einsatz künstlicher Intelligenz messen lassen.

Nicht: Was kann die Technik alles?

Sondern: Wem dient das, was wir mit ihr tun?

Wenn KI benutzt wird, um Menschen zu täuschen, zu manipulieren oder Wahrheit durch eine überzeugende Fälschung zu ersetzen, müssen wir widersprechen. Wenn sie aber als Werkzeug hilft, Gedanken verständlich zu formulieren, Menschen zu erreichen und die Botschaft von Jesus Christus weiterzugeben, dann trägt nicht die Maschine die Verantwortung. Der Mensch trägt sie.

Menschliche Aufsicht über die Arbeit der KI, ChatGPT
Menschliche Aufsicht über die Arbeit der KI, ChatGPT

Deshalb braucht künstliche Intelligenz gerade dort, wo es um Glauben geht, menschliche Prüfung. Was sagt die Bibel wirklich? Wird Jesus korrekt dargestellt? Ist eine Aussage wahr? Wird etwas erfunden? Passt das Geschriebene zum Evangelium?

Diese Fragen darf keine Redaktion an eine Maschine delegieren.

Vielleicht ist deshalb die entscheidende Frage gar nicht: Kann eine KI christlich sein?

Sie kann es nicht im Sinne eines persönlichen Glaubens.

Die wichtigere Frage lautet: Kann ein Christ dieses Werkzeug verantwortlich gebrauchen, um von Christus zu erzählen?

Darauf möchte ich mit meinem Handeln eine Antwort geben.

Herr Jesus Christus,

du hast deinen Jüngern den Auftrag gegeben, deine gute Nachricht weiterzutragen. Hilf auch mir, die Möglichkeiten meiner Zeit so zu nutzen, dass sie dir dienen und Menschen nicht täuschen.

Gib mir Weisheit, Technik nicht mit Wahrheit zu verwechseln. Lass mich prüfen, was richtig ist, korrigieren, was falsch ist, und Verantwortung übernehmen für das, was durch meine Hände in die Welt gelangt.

Bewahre mich davor, Möglichkeiten nur deshalb zu nutzen, weil sie möglich sind. Zeige mir Grenzen, wenn Grenzen nötig sind, und gib mir Mut, neue Wege zu gehen, wenn sie Menschen zu dir führen können.

Lass bei allem, was geschrieben, gesprochen, erzeugt und veröffentlicht wird, nicht die Technik im Mittelpunkt stehen. Lass deine Botschaft im Mittelpunkt stehen.

Und wenn meine Worte Menschen erreichen, dann sollen sie nicht bei einer Stimme, einem Text oder einer Maschine stehen bleiben.

Sie sollen dich finden.

Amen.

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