
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Andacht. Er informiert über die aktuelle Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ (DiRK 2026), über neue Ergebnisse zur Nutzung Künstlicher Intelligenz durch Pfarrerinnen und Pfarrer und über die Medienberichterstattung, in der auch KI-Andacht.de vorgestellt wird.
Künstliche Intelligenz ist in den Kirchen angekommen. Nicht irgendwann in der Zukunft, sondern längst im Arbeitsalltag. Das zeigt die Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ (DiRK 2026), die vom Versicherer im Raum der Kirchen (VRK) gemeinsam mit der Macromedia University durchgeführt wurde.
Insgesamt nahmen 7.178 Menschen an der Untersuchung teil. Die Studie beansprucht dabei ausdrücklich keine vollständige Repräsentativität. Sie soll vor allem Trends und Zusammenhänge sichtbar machen und Vergleiche verschiedener Gruppen ermöglichen.
Schon die im Mai veröffentlichten Ergebnisse zeigten: Mehr als die Hälfte der befragten Kirchenmitglieder und Kirchenmitarbeitenden nutzt generative KI zumindest selten. 17,1 Prozent tun dies häufig, 36,4 Prozent selten. Am häufigsten wird KI für Recherchen eingesetzt, gefolgt von der Erstellung von Texten. Auch Beratung, Übersetzungen, Bilder, Ideensuche und Zusammenfassungen gehören zu den genannten Anwendungen.
Besonders hohe KI-Nutzung unter Pfarrern
Für neue Aufmerksamkeit sorgt nun eine Detailauswertung für Pfarrerinnen und Pfarrer. Nach den aktuellen Medienberichten wurden 505 Pfarrer innerhalb der Studie zur generativen KI befragt. Demnach nutzen rund 62 Prozent KI: 20 Prozent häufig und 42,6 Prozent selten. Bei den Einsatzgebieten liegt die Texterstellung mit 62,3 Prozent knapp vor der Recherche mit 60,9 Prozent; 35,2 Prozent nennen Übersetzungen.
Studienleiter Prof. Dr. Holger Sievert bestätigte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, dass KI auch bei der Vorbereitung von Predigten eingesetzt wird. Wie groß dieser Anteil genau ist, lasse sich bislang allerdings nicht beziffern.
Damit wird eine Frage immer konkreter: Welche Rolle darf KI bei Predigt, Verkündigung und anderen christlichen Inhalten spielen?
KI-Andacht.de wird als Beispiel genannt
Genau an dieser Stelle taucht in der aktuellen Berichterstattung KI-Andacht.de auf. Sowohl DOMRADIO.DE als auch das christliche PRO Medienmagazin berichten über das Projekt. Ad-hoc News nennt KI-Andacht.de ebenfalls neben spezialisierten Angeboten wie Predigtassistenten als praktisches Beispiel für den Einsatz von KI im kirchlichen Umfeld.
DOMRADIO und PRO beschreiben, dass auf KI-Andacht.de täglich neue, mit Künstlicher Intelligenz erstellte Bibelauslegungen erscheinen. Zugleich weisen sie auf einen wichtigen Bestandteil des Projekts hin: Jeder veröffentlichte Beitrag wird von Gründer und Journalist Michael Voß gegengelesen und auf Fehler geprüft.
Das ist gerade bei biblischen und theologischen Texten entscheidend. Denn KI kann überzeugend formulieren und trotzdem sachlich falsch liegen. Die Medienberichte nennen dafür ein anschauliches Beispiel: Eine KI vertauschte bei der Geschichte von der Gefangennahme Jesu die Rollen und behauptete, Jesus habe Judas geküsst – tatsächlich kennzeichnet Judas Jesus durch einen Kuss.
KI-Andacht.de versteht den Einsatz von KI deshalb nicht als Ersatz für menschliche Verantwortung. KI ist Werkzeug und zugleich Gegenstand eines Experiments: Was entsteht, wenn moderne KI gezielt und dauerhaft mit Bibel, Glauben und Fragen des Lebens konfrontiert wird?
„Mit KI reden ist wichtig“
Ein Gedanke von KI-Andacht.de hat es ebenfalls in die überregionale Berichterstattung geschafft. Michael Voß weist darauf hin, dass es auch darum geht, christliche Themen in der Welt der KI präsent zu halten:
„Mit KI reden ist wichtig, damit diese das Christentum künftig auf dem Schirm hat.“
DOMRADIO und PRO greifen diese Aussage auf. Dahinter steht eine grundsätzliche Frage: Wenn Menschen ihre Informationen und Antworten künftig immer häufiger von KI-Systemen erhalten, welchen Platz werden Bibel, Jesus Christus und christlicher Glaube in diesen Antworten haben?
Die Studie zeigt auch die Grenzen
Die DiRK-Studie liefert zugleich gute Gründe, bei aller Offenheit nicht unkritisch mit KI umzugehen. Die Befragten wünschen sich sehr deutlich verbindliche ethische Leitlinien für ihren Einsatz in kirchlichen Einrichtungen. Ebenso groß ist die Zustimmung zu dem Grundsatz, dass bei sensiblen Entscheidungen die Letztverantwortung beim Menschen bleiben soll.
Auch innerhalb kirchlicher Organisationen gibt es Nachholbedarf. Fehlendes technisches Know-how und IT-Sicherheitsrisiken gehören laut Studie zu den größten Hindernissen beim KI-Einsatz. Vier von fünf befragten Kirchenmitarbeitenden haben noch keine KI-Weiterbildung absolviert.
Die aktuelle Diskussion dreht sich deshalb nicht mehr ernsthaft darum, ob KI im kirchlichen Umfeld auftauchen wird. Sie ist bereits da. Die spannendere Frage lautet: Wie gehen Christen, Gemeinden und Kirchen verantwortlich damit um?
Für KI-Andacht.de ist diese Frage Teil des Projekts. KI darf ausprobieren, formulieren, gestalten und überraschende Perspektiven eröffnen. Aber sie darf nicht mit Wahrheit verwechselt werden. Deshalb braucht es menschliche Prüfung, Transparenz und die Bereitschaft, Fehler zu erkennen und zu korrigieren.
Dass KI-Andacht.de nun in mehreren Medien im Zusammenhang mit der DiRK-Studie genannt wird, zeigt vor allem eines: Was vor einiger Zeit noch wie ein ungewöhnliches Experiment wirkte, ist inzwischen Teil einer größeren Debatte darüber, wie Künstliche Intelligenz christliche Verkündigung verändern kann – und wo der Mensch unverzichtbar bleibt.
