
Willkommen zu ein paar Minuten Hoffnung und Orientierung.
„Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan.“
Johannes 2,7
Eine Hochzeit, viele Gäste, ein großes Fest – und plötzlich geht der Wein aus.
Was heute nach einem organisatorischen Problem klingt, war damals für die Gastgeber eine ernste Blamage. Mitten in die Freude platzt der Mangel. Maria bemerkt es und wendet sich an Jesus.
Dann geschieht das erste Zeichen, von dem das Johannesevangelium berichtet. Jesus lässt sechs große Steinkrüge mit Wasser füllen. Nicht halb. Nicht gerade so weit, dass es vielleicht reichen könnte. Die Diener füllen sie bis obenan.

Als anschließend davon geschöpft wird, ist aus dem Wasser Wein geworden. Und der Speisemeister stellt überrascht fest, dass dieser Wein besonders gut ist.
Ich mag an dieser Geschichte, dass Jesus hier kein spektakuläres öffentliches Problem löst. Niemand wird geheilt, kein Sturm wird gestillt, keine Menschenmenge hört eine Predigt. Jesus bewahrt ein Brautpaar davor, dass sein Fest in einer peinlichen Situation endet.
Das sagt etwas darüber, wie nah Jesus unserem wirklichen Leben kommt.

Wir teilen unser Leben manchmal unbewusst in wichtige und unwichtige Dinge ein. Für die großen Sorgen beten wir. Aber mit den kleinen Engpässen, den alltäglichen Wünschen oder einer persönlichen Enttäuschung wollen wir Gott vielleicht gar nicht erst beschäftigen.
Die Hochzeit zu Kana erzählt etwas anderes: Jesus ist auch dort gegenwärtig, wo Menschen feiern, essen, miteinander lachen – und wo ihnen plötzlich etwas fehlt.
Und dann fällt ein kleines Detail auf: Die Krüge werden bis obenan gefüllt.
Die Diener tun, was ihnen möglich ist. Wasser holen können sie. Wasser in Wein verwandeln können sie nicht. Genau an dieser Grenze beginnt das, was nur Jesus tun kann.
Vielleicht ist das ein guter Gedanke für heute: Füll deinen Krug.

Tu das, was in deiner Hand liegt. Schreib die Nachricht. Fang mit der Aufgabe an. Bitte um Verzeihung. Wage den nächsten Schritt. Sprich dein Gebet. Und dann überlass Jesus, was du selbst nicht herstellen kannst.
Nicht jedes Problem wird sich so lösen wie auf dieser Hochzeit. Der Glaube verspricht uns kein Leben, in dem uns niemals etwas ausgeht. Aber diese Geschichte zeigt, wem wir unseren Mangel anvertrauen dürfen.
Jesus sieht nicht nur das Fehlende. Er kann daraus etwas Neues entstehen lassen.
Und manchmal ist das, was er daraus macht, mehr als gerade genug.
Jesus, ich bringe dir heute, was mir fehlt.
Die Dinge, für die meine Kraft nicht reicht, die offenen Fragen und auch die kleinen Sorgen, die ich oft für zu unwichtig halte.
Hilf mir, meinen Krug zu füllen.
Zeig mir, was ich heute tun kann.
Gib mir Mut für meinen nächsten Schritt und bewahre mich davor, aufzugeben, nur weil ich das Ergebnis noch nicht sehen kann.
Ich vertraue dir das an, was außerhalb meiner Möglichkeiten liegt.
Wo ich nur Wasser tragen kann, bist du nicht an meine Grenzen gebunden.
Wo ich nur Mangel sehe, kannst du neue Möglichkeiten öffnen.
Und wenn mein Leben heute leicht und voller Freude ist, dann lass mich diese Freude bewusst genießen.
Danke für Menschen, mit denen ich lachen kann, für gedeckte Tische, gute Gespräche und all die kleinen Geschenke, die ich so schnell übersehe.
Jesus, geh mit mir durch diesen Tag.
Lass mich tun, was in meiner Hand liegt, und dir zutrauen, was nur du tun kannst.
Amen.
