Liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörerinnen und Hörer,
willkommen zu dieser Andacht am 25. September 2025. Es geht heute um ein Thema, das nicht leicht verdaulich ist – aber gerade deshalb dringend. Denn die Bibel konfrontiert uns mit einer Klarheit, die wir oft vermeiden wollen.
In den letzten Tagen wurde über den in den USA brutal ermordeten Influencer Charlie Kirk berichtet. Sein Tod ist tragisch und verdient Anteilnahme. Doch irritierend ist, wie er von manchen Christen – auch in Deutschland – fast wie ein Heiliger verehrt wird. Dabei werden problematische Äußerungen von ihm, die mehr nach rechtsextremistischer Ideologie als nach Evangelium klingen, bewusst übergangen. Und hier müssen wir genau unterscheiden: Das rechtsextremistische ist politisch und aus christlicher Sicht nicht tragbar. Doch noch gefährlicher ist die Verehrung selbst – wenn Menschen beginnen, aus einer Figur eine Art Ersatz-Heiligen zu machen. Genau das führt uns direkt ins Herz der biblischen Warnungen.
Paulus bringt es im Römerbrief klar auf den Punkt:
„Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.“
Römer 2,11
Gott macht keine Unterschiede. Er schaut nicht auf Berühmtheit, Herkunft oder auf das, was Menschen gerne verklären würden. Er lässt sich nicht täuschen von Schlagzeilen oder Projektionen. Das ist eine radikale Botschaft: Kein Mensch, egal wie er gelebt oder geredet hat, darf zu einem „Ersatz-Heiligen“ werden, wenn sein Leben nicht dem entspricht, was Christus uns lehrt.

Damit kommen wir zum ersten Gebot, das uns alle herausfordert:
„Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“
2. Mose 20,3 und 5. Mose 5,7
Dieses Gebot trifft mitten ins Heute. Denn wenn wir anfangen, Menschen zu idealisieren, sie über ihre Schattenseiten hinweg zu Helden zu machen, dann schaffen wir uns neue „Götter“. Wir geben ihnen eine Stellung, die allein Gott zusteht. Das kann mit Politikern passieren, mit Stars, mit Leitfiguren – oder, wie jetzt sichtbar, mit einem Influencer wie Charlie Kirk, dessen tragischer Tod das Problematische seines Denkens nicht heiligt. Noch schwerwiegender aber ist die Versuchung, durch seine Verehrung das erste Gebot zu brechen: Gott verliert seinen Platz, wenn wir Menschen zu Halbgöttern erheben.
Vor Gott gilt: Kein Mensch ist überhöht. Und kein Mensch darf als Projektionsfläche dienen, wenn dadurch Gottes Wahrheit verdunkelt wird. Paulus erinnert daran, dass Gott allein Richter ist – nicht wir, nicht unsere Gefühle, nicht unsere politischen Sympathien. Das erste Gebot ruft uns zurück: Unser Herz soll nicht Menschen vergötzen, sondern allein Gott vertrauen.
Die Versuchung ist alt: Schon in der Antike wurden Helden zu Halbgöttern gemacht. Heute passiert es subtiler – durch Medien, durch fromme Sprache, durch kollektives Schweigen über unbequeme Wahrheiten. Doch das erste Gebot ist eindeutig: Nur Gott gehört der erste Platz. Nur Christus ist unser Maßstab, nicht eine Gestalt, die wir verklären, obwohl ihr Denken gegen Gottes Liebe spricht.
Die Herausforderung an uns: Prüfen wir, wo wir Menschen überhöhen. Prüfen wir, ob wir bei „unseren Leuten“ schneller wegschauen, wenn ihre Worte Hass tragen. Prüfen wir, ob wir uns selbst vormachen, dass tragische Umstände ein ganzes Leben verklären können. Vor Gott gibt es keine Sonderregeln – und auch keine Sonderverehrung.

Und das ist auch befreiend: Wir müssen nicht Menschen retten oder auf ein Podest heben. Wir dürfen trauern, wir dürfen erschüttert sein, wir dürfen Unrecht benennen – aber unser Vertrauen bleibt bei Gott. Das macht nüchtern, ehrlich, klar.
Herr, du siehst unsere Herzen.
Bewahre uns davor, Menschen zu vergötzen.
Hilf uns, Trauer ehrlich zu leben, ohne falsche Heldenbilder.
Zeig uns, dass allein du unser Maßstab bist.
Schenke uns Mut, Unrecht zu benennen – und Liebe, die bleibt.
Amen!
