885 – Psalm 43 – nur für Rechtsanwälte?

885 – Psalm 43 – nur für Rechtsanwälte?

Im Gerichtssaal, Sora, prompted by ChatGPT
Im Gerichtssaal, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Morgen – ganz gleich, ob Sie gerade am Frühstückstisch sitzen, unterwegs sind oder noch im Bett liegen. Heute geht es um einen Psalm, der klingt wie ein Antrag vor Gericht. Und vielleicht denken Sie: Das ist etwas für Juristen. Aber Psalm 43 ist kein Paragrafentext. Es ist ein Gebet. Ein sehr persönliches.

„Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten!“
Psalm 43,1

Das ist keine höfliche Bitte. Das ist ein Aufschrei. Da spricht einer, der sich ungerecht behandelt fühlt. Einer, der erlebt hat, dass Menschen falsch über ihn reden, ihn bedrängen oder ihm übel mitspielen. Vielleicht kennen Sie das. Man wird missverstanden. Man wird übergangen. Man wird beschuldigt. Und plötzlich steht man innerlich vor Gericht.

Nachdenklich am Küchentisch, Sora, prompted by ChatGPT
Nachdenklich am Küchentisch, Sora, prompted by ChatGPT

Wir alle kennen diese Situationen. Am Arbeitsplatz, wenn hinter unserem Rücken geredet wird. In der Familie, wenn alte Vorwürfe wieder aufbrechen. Im Freundeskreis, wenn Vertrauen zerbricht. Man möchte sich verteidigen. Man möchte erklären. Man möchte Recht behalten. Und manchmal kämpft man sich müde dabei.

Psalm 43 zeigt einen anderen Weg. Der Beter rennt nicht zuerst zu Menschen. Er rennt zu Gott. Er sagt: „Führe meine Sache.“ Das ist bemerkenswert. Er übergibt seine Akte sozusagen an den Höchsten. Er sagt: Du kennst die Wahrheit. Du siehst, was wirklich ist.

Doch der Psalm bleibt nicht bei der Anklage stehen. Er geht weiter.

„Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?“
Psalm 43,2

Hier wird es sehr ehrlich. Der Beter fühlt sich von Gott entfernt. Er erlebt Druck. Traurigkeit. Das ist Seelsorge pur: Man darf Gott sagen, wie es einem wirklich geht. Kein frommes Theater, kein Schönreden. Gott hält unsere ungefilterten Gefühle aus.

Und dann kommt dieser erstaunliche Wendepunkt:

„Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung.“
Psalm 43,3

Der Beter bittet nicht zuerst um Sieg über die Gegner. Er bittet um Licht. Um Wahrheit. Um Nähe zu Gott. Das ist tief. Denn manchmal liegt die größte Not nicht darin, dass wir Unrecht erleben – sondern dass wir uns innerlich verlieren. Bitter werden. Hart werden. Uns nur noch um uns selbst drehen.

Licht heißt: Gott zeigt mir, was wirklich zählt. Wahrheit heißt: Ich muss mich nicht ständig selbst rechtfertigen. Ich darf mich von ihm halten lassen. Vielleicht klärt Gott die Situation. Vielleicht auch nicht sofort. Aber er klärt mein Herz.

Am Ende spricht der Beter mit sich selbst:

„Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“
Psalm 43,5

Das ist kein billiger Trost. Das ist eine Entscheidung. Der Psalm beginnt mit einem Ruf nach Gerechtigkeit – und endet mit Hoffnung. Nicht weil alles geregelt wäre. Sondern weil Gott da ist.

Im frühen Morgenlicht auf einer Brücke, Sora, prompted by ChatGPT
Im frühen Morgenlicht auf einer Brücke, Sora, prompted by ChatGPT

Vielleicht tragen Sie gerade eine „Akte“ mit sich herum. Eine alte Kränkung. Eine ungerechte Behandlung. Eine Situation, in der Sie sich verteidigen mussten oder noch müssen. Psalm 43 lädt ein: Legen Sie diese Akte heute bewusst Gott hin. Sagen Sie ihm ehrlich, was Sie bewegt. Bitten Sie ihn um Licht für Ihr Herz.

Dieser Psalm ist nicht nur für Rechtsanwälte. Er ist für alle, die sich nach Gerechtigkeit sehnen. Für alle, die innerlich müde geworden sind vom Kämpfen. Für alle, die hoffen, dass am Ende nicht die lauteste Stimme gewinnt, sondern die Wahrheit.

König David betend mit erhobenen Händen, Sora, prompted by ChatGPT
König David betend mit erhobenen Händen, Sora, prompted by ChatGPT

Gott ist kein kalter Richter. Er ist ein gerechter Vater. Und er kennt Ihre Geschichte besser als jeder andere.

Herr, du siehst, wo ich mich ungerecht behandelt fühle.

Du kennst die Worte, die mich verletzt haben.

Du weißt, wie sehr ich mich rechtfertigen möchte.

Schenke mir dein Licht und deine Wahrheit.

Bewahre mein Herz vor Bitterkeit.

Lehre mich, dir meine Sache anzuvertrauen.

Du bist meine Hilfe und mein Gott.

Amen!

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