849 – Schneechaos und Gottvertrauen

849 – Schneechaos und Gottvertrauen

Warten an der Haltestelle, Sora, prompted by ChatGPT
Warten an der Haltestelle, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörerinnen und Hörer,

heute früh wachen viele von uns in einer weißen Welt auf – aber nicht romantisch, sondern chaotisch. Der Schnee kommt dick herunter, Busse fallen aus, Schulen bleiben geschlossen, Züge fahren seltener oder gar nicht. Das öffentliche Leben steht still, bevor es richtig begonnen hat. Und mittendrin stehen wir – mit nassen Schuhen, gesperrten Straßen und dem Gefühl: Ich hab doch eigentlich was vorgehabt heute.

Es ist, als würde der Tag rufen: „Pause!“ Aber nicht nett gefragt, sondern wie ein Schneepflug, der einfach alles vor sich herschiebt.

In solchen Momenten stellt sich eine Frage, die viel tiefer geht als nur „Wie komme ich jetzt zur Arbeit?“ oder „Wer holt die Kinder ab?“ Die Frage heißt: Wie gehe ich damit um, wenn das Leben nicht nach meinem Plan läuft?

In der Bibel gibt es einen Vers, der sich fast so liest, als hätte jemand ihn mitten im Winter geschrieben – draußen alles kalt, unsicher, blockiert:

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.“
Psalm 121,1–3

Der Psalmbeter schaut in eine unsichere Landschaft – vielleicht ein Bergweg, vielleicht Schnee, vielleicht Steinschlag – und fragt sich: „Was hält mich jetzt eigentlich?“ Und seine Antwort ist nicht: bessere Planung. Sondern: Gott selbst. Der, der Himmel und Erde gemacht hat. Der, der nicht schläft, wenn wir rutschen.

Der Blick auf den schönen Schnee, Sora, prompted by ChatGPT
Der Blick auf den schönen Schnee, Sora, prompted by ChatGPT

Vielleicht ist genau das, was wir im Schneechaos lernen können: Es gibt Dinge, die wir nicht kontrollieren. Und mitten in dieser Kontrolllosigkeit will Gott uns begegnen. Nicht als der, der uns erklärt, warum der Schneepflug zu spät kommt, sondern als der, der sagt: „Ich bin da.“

Jesus selbst hat oft erlebt, dass der Alltag gestört wurde – und dass genau dort Gottes Kraft sichtbar wurde. Einmal war er mit seinen Freunden im Boot, ein Sturm kam auf. Alle gerieten in Panik – außer er:

„Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es schon voll wurde. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen? Und er stand auf, bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es ward eine große Stille.“
Markus 4,37–39

Jesus übernimmt ruhig bleibend die Kontrolle, Sora, prompted by ChatGPT
Jesus übernimmt ruhig bleibend die Kontrolle, Sora, prompted by ChatGPT

Die Jünger erleben genau das, was viele von uns heute spüren: Kontrollverlust. Chaos. Angst. Und Jesus – liegt erstmal da und schläft. Aber dann steht er auf. Er spricht. Und die Welt beruhigt sich.

Vielleicht wird der Schnee heute nicht sofort aufhören. Vielleicht werden Busse weiter ausfallen, Kinder zu Hause bleiben, Termine platzen. Aber die Frage ist: Bleiben wir im Innern ruhig – weil wir wissen, wer bei uns im Boot sitzt?

Und vielleicht ist der Schnee nicht nur Störung, sondern Einladung: innezuhalten. Den Druck rauszunehmen. Zu erkennen, dass unser Leben nicht von perfektem Takt abhängt, sondern von einer tiefen Verbindung mit dem, der uns geschaffen hat.

Ein Moment der Ruhe, Sora, prompted by ChatGPT
Ein Moment der Ruhe, Sora, prompted by ChatGPT

Wenn also heute nichts läuft – vielleicht läuft dann genau das Richtige: ein Gebet. Ein Gespräch. Eine heiße Schokolade mit Zeit. Ein Gedanke an Gott.

Denn manchmal ist das Chaos der beste Ort, um Klarheit zu finden.

Guter Gott,

wenn alles stillsteht, willst du neu in Bewegung bringen, was wirklich zählt.

Hilf mir, in den Störungen des Alltags deine Nähe zu suchen.

Schenke mir Vertrauen, wenn mein Weg unklar ist und ich feststecke.

Lass mich erkennen, dass ich getragen bin – nicht von Plänen, sondern von dir.

Amen!

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