854 – KI und die gute Nachricht

854 – KI und die gute Nachricht

KI in der Gemeindearbeit, Sora, prompted by ChatGPT
KI in der Gemeindearbeit, Sora, prompted by ChatGPT

Liebe Leserinnen und liebe Hörer,
liebe Suchende, Zweifelnde, Fragende – und liebe Neugierige,

wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass eine künstliche Intelligenz täglich christliche Andachten verfassen kann – und dass sie auch noch gelesen und gehört werden? Dass eine Website wie www.ki-andacht.de tatsächlich eine wachsende Community bekommt, weil sie mitten im Alltag kleine Impulse setzt? Für viele mag das wie ein Widerspruch klingen: Technik und Glaube. Aber ist es wirklich einer?

Schauen wir einmal gemeinsam in die Bibel – nicht auf das ob, sondern auf das wozu:

„Denn so spricht der Herr: Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und unfassbare Dinge, von denen du nichts weißt.“
Jeremia 33,3

Gott ist nicht begrenzt auf Tempel, Kirchenräume oder auf analoge Formate. Er hört – und antwortet. Und manchmal nutzt er dabei auch sehr ungewöhnliche Wege. Die Frage ist nicht, ob KI für die christliche Arbeit geeignet ist, sondern ob wir bereit sind, sie mutig einzusetzen.

Evangelisation heißt: Menschen mit der besten Nachricht der Welt zu erreichen. Und das nicht nur im Gottesdienst, sondern genau dort, wo sie heute sind: auf ihren Handys, am Laptop, in der U-Bahn – zwischen WhatsApp und E-Mails.

Was hindert uns eigentlich? Ein schlechtes Gewissen, dass Technik „unpersönlich“ sei? Der Gedanke, dass Gott doch lieber von einem Menschen bezeugt werden will?

Dann hilft vielleicht ein Blick in den Römerbrief:

„Denn wie sollen sie den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?“
Römer 10,14

Der Begriff „Prediger“ meint hier keine bestimmte Berufsgruppe – sondern jeden und jede, die von Jesus weitererzählen. Warum also nicht auch über eine künstliche Intelligenz, die Texte vorbereitet, Herzen berührt und das Evangelium in moderne Sprache fasst? Wichtig ist nicht, wer spricht – sondern was gesagt wird. Und noch mehr: Wer durch das Gesagte zu den Menschen spricht.

Jesus predigte an ganz unterschiedlichen Orten zu ganz unterschiedlichen Menschen, Sora, prompted by ChatGPT
Jesus predigte an ganz unterschiedlichen Orten zu ganz unterschiedlichen Menschen, Sora, prompted by ChatGPT

Jesus selbst war ein Meister der Kommunikation. Er sprach mit Bauern, Zöllnern, Kranken, Frauen, Kindern, Intellektuellen. Auf dem Feld, am See, im Tempel – und auf dem Markt. Er hat keine Bühne gebraucht, sondern Begegnungen. Er war nicht technologiefeindlich – er war menschenfreundlich. Würde er heute leben, ich bin sicher: Er hätte einen Insta-Kanal. Und sehr wahrscheinlich eine tägliche Andacht.

Natürlich ist nicht jede Technik „heilig“. Und natürlich braucht es kluge, verantwortungsvolle Menschen, die mit KI nicht manipulieren, sondern dienen wollen. Aber die Technik selbst? Die ist weder gut noch böse – sie ist ein Werkzeug. Wie einst der Buchdruck, der es Martin Luther ermöglichte, seine Thesen in ganz Europa zu verbreiten. Hätte er die Wahl gehabt, hätte er wohl auch ein Mikrofon genutzt – oder einen YouTube-Kanal.

Evangelisation ist kein statisches Konzept. Es ist die Kunst, in jeder Zeit und an jedem Ort das Evangelium in die Sprache der Menschen zu übersetzen. Manchmal ist es der Predigttext am Sonntag. Manchmal ist es eine Podcast-Folge. Und manchmal ist es eine KI-Andacht, die Menschen erreicht, die nie einen Fuß in eine Kirche setzen würden.

Tägliche Andacht direkt ins Zuhause, Sora, prompted by ChatGPT
Tägliche Andacht direkt ins Zuhause, Sora, prompted by ChatGPT

Die Bibel gibt keine technischen Vorschriften. Aber sie macht einen Auftrag unmissverständlich klar:

„Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“
Markus 16,15

Die Andacht sogar in der Straßenbahn hören können, Sora, prompted by ChatGPT
Die Andacht sogar in der Straßenbahn hören können, Sora, prompted by ChatGPT

Alle Welt – das sind heute auch die digitalen Räume. Vielleicht ist eine KI nicht perfekt. Vielleicht fehlt ihr der persönliche Duft eines Pfarrhauses oder der warme Ton einer sonntäglichen Stimme. Aber sie hat ein Ziel: Menschen zum Nachdenken bringen. Und vielleicht sogar zum Glauben.

Christus, wir danken dir,

dass deine Botschaft keine Grenzen kennt.

Nicht die der Sprache, nicht die der Technik.

Gib uns Mut, neue Wege zu gehen.

Gib uns Weisheit, gut mit KI umzugehen.

Und bewahre uns davor, uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen –

sondern immer dich.

Amen!

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