
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörer und Hörerinnen,
es gibt Momente im Leben, in denen wir kaum noch die Kraft haben, die nächsten Schritte zu gehen. Momente, in denen der Weg vor uns verschwimmt – sei es durch Tränen, durch Angst oder durch schiere Erschöpfung. Und dann stellt sich eine große Frage: Wer hält mich jetzt?

Viele Menschen erleben genau das in persönlichen Krisen. In Krankheit, in Trauer, in Zeiten der Überforderung oder Einsamkeit. In solchen Momenten verlieren Worte schnell ihre Wirkung. Trost klingt dann manchmal hohl – es sei denn, er kommt aus einer Quelle, die mehr kennt als nur das Heute.
Die Bibel beschreibt einen Gott, der sich nicht fernhält von Leid und Dunkelheit. Einen Gott, der mitten im finsteren Tal an unserer Seite bleibt. So sagt es der bekannte Vers:
„Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“
Psalm 23,4

Die Bibel verschweigt das Leid nicht. Sie romantisiert es nicht. Aber sie kontert es mit einer Zusage: Du bist nicht allein. Selbst im finsteren Tal. Nicht am Rand. Nicht aus sicherer Entfernung. Sondern bei mir. Ganz nah.
Manchmal ist es diese Nähe, die uns den nächsten Atemzug erlaubt. Die uns dazu bringt, noch einmal aufzustehen. Die uns Frieden schenkt, obwohl sich äußerlich nichts verändert hat. Der Prophet Jesaja bringt es so auf den Punkt:
„Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich.“
Jesaja 26,3
Gottes Friede ist nicht abhängig von äußeren Umständen. Er hängt nicht an gutem Wetter, stabilen Finanzen oder perfekten Beziehungen. Er hängt an Gottes Treue. Und die bleibt – auch wenn alles andere zerbricht.
Wir dürfen loslassen, was wir nicht mehr tragen können. Wir dürfen klagen, was uns zu viel geworden ist. Wir dürfen Gott anvertrauen, was wir verloren haben. Denn seine Hände sind größer als unsere Sorgen.

Jesus hat seinen Jüngern einen Satz mitgegeben, der nicht nur ihnen galt, sondern auch uns. Ein Versprechen, das leise in unser Leben hineinsprechen darf – immer wieder:
„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Matthäus 28,20
Alle Tage. Nicht nur die guten. Auch die dunklen. Auch die bedeutungslosen. Auch die zähen. Und selbst das Ende ist für Gott nicht das Ende.
Vielleicht ist das heute deine wichtigste Erinnerung: Gott ist bei dir. Und wenn du keine Worte mehr findest, dann brauchst du nicht mehr als diesen einen Satz: „Bleibe bei mir, Gott – heute und alle Tage.“
Oder wie es in einem kleinen Lied heißt:
Herr, du bist bei mir,
auch wenn der Weg dunkel wird.
Du führst mich still,
du hältst mich fest.
Was ich verloren habe,
liegt nun in deinen Händen.
Und meine Seele findet Frieden
in deiner Treue.
Bleibe bei mir, Gott,
heute und alle Tage.
Amen.
