857 – Als wäre es das letzte Kapitel

857 – Als wäre es das letzte Kapitel

Wenn es gut geht, entfernen wir uns von Gott. Wenn es uns schlecht geht, suchen wir ihn, Sora, prompted by ChatGPT
Wenn es gut geht, entfernen wir uns von Gott. Wenn es uns schlecht geht, suchen wir ihn, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Tag, liebe Hörerinnen und Hörer, liebe Leserinnen und Leser!

Es gibt diese Momente in der Geschichte, da scheint wirklich alles verloren. Ein Kapitel endet – und es fühlt sich an wie der Schlussakkord einer Tragödie. Genau so ein Moment ist das, was wir in 2. Könige 17 lesen: Der Untergang des Nordreichs Israel.

Was für ein schwerer Text. Keine schöne Geschichte. Kein Happy End.

„Denn sie wollten nicht hören und verwarfen seinen Bund, den er mit ihren Vätern gemacht hatte, und seine Warnungen, die er ihnen gegeben hatte. Und sie liefen nichtigen Götzen nach und wurden nichtig und folgten den Heiden, die um sie her waren, über die doch der HERR ihnen geboten hatte, dass sie nicht tun sollten wie diese.“

Diese eine Formulierung trifft es tief ins Herz: „Sie liefen nichtigen Götzen nach und wurden nichtig.“ Ein ganzes Volk, das sich an das Falsche klammert und dabei selbst den Halt verliert. Was für ein Spiegelbild für unsere Zeit. Denn Götzen sehen heute anders aus – aber sie wirken genauso: Erfolg, Selbstoptimierung, Konsum, Ideologien, die sich größer machen als der Schöpfer selbst. Wer sich an sie hängt, wird nicht frei, sondern leer.

Verloren in der Menge, Sora, prompted by ChatGPT
Verloren in der Menge, Sora, prompted by ChatGPT

Der Text erzählt uns, wie Gott über Jahrhunderte Geduld hatte. Immer wieder sandte er Propheten. Immer wieder rief er sein Volk zur Umkehr. Immer wieder erinnerte er an seinen Bund. Doch Israel wollte nicht. Man wollte lieber sein wie die anderen Völker. Man hielt Gottes Gebote für altmodisch. Und so kam, was Gott angekündigt hatte: das Gericht.

„Aber sie gehorchten nicht, sondern waren halsstarrig wie ihre Väter, die nicht glaubten an den HERRN, ihren Gott.“
2. Könige 17,14

Exil der Israeliten, Sora, prompted by ChatGPT
Exil der Israeliten, Sora, prompted by ChatGPT

Das ist keine impulsive Strafe. Es ist das Zulassen der Konsequenz. Wer sich dauerhaft von Gott trennt, wird auch seine Bewahrung verlieren. Das Volk wird verschleppt, die Stadt Samaria fällt, und die zehn Stämme des Nordreichs verschwinden im Nebel der Geschichte. Ein tragischer, historischer Punkt: das Ende Israels als eigenständige Nation. Und doch ist das nicht das Ende von allem.

Denn inmitten dieses Gerichtes bleibt Gott treu. Seine Verheißung hat er nicht vergessen. In anderen Büchern der Bibel klingt diese Hoffnung an – auch für die verlorenen Stämme. Bei Hosea etwa, der mitten in der Krise Israels schrieb:

„Den Kindern Israel wird’s geschehen, dass sie sich wiederum sammeln und sich einen einzigen Haupt setzen und aus dem Lande heraufziehen; denn der Tag von Jesreel wird groß sein.“
Hosea 1,11

Und Jeremia schreibt später für das Südreich – aber mit Weitblick auch für alle, die Gottes Herz suchen:

„Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen … Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben.“
Jeremia 31,31–33

Gottes Geduld endet nicht mit der Geschichte Israels. Sein Ziel ist größer als ein geopolitisches Volk. Es geht ihm um Herzen, die sich ihm zuwenden – in Israel, in Juda, in Assyrien, Babylon, Deutschland, Korea, Kolumbien oder wo auch immer. Gott ruft. Auch heute. Und seine Warnungen sind nicht Drohungen, sondern Einladungen zur Rückkehr. Wer Ohren hat, der höre.

Nächtliches Nachdenken, Sora, prompted by ChatGPT
Nächtliches Nachdenken, Sora, prompted by ChatGPT

Vielleicht stehst du selbst gerade an so einem Punkt – einem Ende, einem Bruch, einem gefühlten „Gericht“. Dann höre genau hin: Auch wenn etwas verloren scheint, ist Gott noch da. Es gibt ein Danach. Es gibt Hoffnung. Es gibt einen neuen Anfang – nicht immer ohne Schmerz, aber immer mit Perspektive.

Das Nordreich ging unter. Doch Gott bleibt.

Und er spricht auch heute: Kehre um. Ich will dein Gott sein.

Gott, ich merke, wie oft ich dir nicht zuhöre.

Wie schnell ich deinen Bund vergesse, deinen Ruf überhöre, deine Gebote ignoriere.

Vergib mir, wo ich dir den Rücken kehre.

Rufe mich neu. Und gib mir ein Herz, das auf dich hört.

Sprich du – ich will dich hören.

Amen!

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