Hintergrund: AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt im Licht biblischer Ethik

Hintergrund: AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt im Licht biblischer Ethik

Landtag von Sachsen-Anhalt - modernes Gemälde, Sora, prompted by ChatGPT
Landtag von Sachsen-Anhalt – modernes Gemälde, Sora, prompted by ChatGPT

Ziel dieses Dokuments:
Diese Analyse untersucht das AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt systematisch aus einer christlich-biblischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen jene Passagen, die aus biblischer Sicht problematisch erscheinen. Jeder Abschnitt enthält ein oder mehrere Originalzitate aus dem Programm, die genaue Verortung im Programm, passende Bibelstellen als ausgeschriebene Zitate sowie eine theologische Einordnung.

Gleichzeitig handelt es sich bei diesem Dokument um die inhaltliche Vorbereitung der KI-Andacht vom 13.04.2026. Diese wird in diesem Fall ausnahmsweise in erweiterter Form veröffentlicht, um die theologischen und inhaltlichen Grundlagen der Andacht transparent zu machen und darüber hinaus eine fundierte Diskussionsgrundlage für den öffentlichen Raum bereitzustellen.

Hinweis zur Arbeitsweise:
Die Zitate aus dem AfD-Programm werden mit Kapitelangabe und Link auf das Regierungsprogramm wiedergegeben. Sie sind nach dem Stand vom 12.04.26 formuliert und für jeden im Original (siehe Quellenangaben) nachlesbar. Die Bibelstellen stehen jeweils ausgeschrieben im Text; direkt darunter ist die Quelle verlinkt, sodass sie sich in einem neuen Tab öffnen lässt.

1. Präambel: Feindbildsprache und politische Verächtlichmachung

AfD-Zitat:
„Und wenn wir uns nicht überzeugen lassen, machen sie uns Vorwürfe! Wenn wir nicht einverstanden damit sind, dass unsere Steuern für die Umsorgung von Wohlstandsflüchtlingen verpulvert oder an die Ukraine verschenkt werden, während die Schlaglöcher in unseren Straßen immer größer werden, nennen sie uns ‚egoistisch‘. Wenn wir uns nicht widerspruchslos von Einwanderern aus aller Herren Länder anpöbeln und angreifen lassen, sind wir ‚ausländerfeindlich‘.“

Quelle: Präambel, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Keine Sorge! Die Diktatur der Altparteien ist im Moment noch nicht Realität. … Es ist vielleicht unsere letzte Chance.“

Quelle: Präambel, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“
Quelle: 2. Mose 20,16

„Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind.“
Quelle: Epheser 4,25

„Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder.“
Quelle: Jakobus 3,10

Einordnung:
Schon in der Präambel arbeitet das Programm mit zugespitzten Feindbildern, pauschalen Herabsetzungen und dramatisierender Sprache. Aus christlicher Sicht ist politische Sprache nicht nebensächlich. Wahrheit, Maß und die Würde des Gegners gehören zum ethischen Kern. Wer systematisch mit Verächtlichmachung arbeitet, entfernt sich von diesem Maßstab.

2. Familie, Volk und nationale Überhöhung

AfD-Zitat:
„Deutschland leidet unter einem massiven Bevölkerungsrückgang. Was in der politischen Debatte als ‚demographischer Wandel‘ bezeichnet wird, ist nichts anderes als die Überalterung und das Aussterben des Deutschen Volkes.“

Quelle: Kapitel I. Familie und Kinder, Einleitung, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Wir werden die Familie, bestehend aus Vater, Mutter und möglichst vielen Kindern, wieder in den Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Denkens und Handelns stellen.“

Quelle: Kapitel I. Familie und Kinder, Einleitung, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Kinder sind unsere Zukunft, nicht Einwanderer.“

Quelle: Präambel / Kurzfassung, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“
Quelle: Galater 3,28

„Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und hat den Zaun abgebrochen, der dazwischen war.“
Quelle: Epheser 2,14

„Danach sah ich: und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm.“
Quelle: Offenbarung 7,9

Einordnung:
Hier wird nicht nur Familie positiv hervorgehoben, sondern das Eigene national aufgeladen und gegen Einwanderung ausgespielt. Christlicher Glaube kennt Heimat und Verantwortung, aber er macht Volk und Herkunft nicht zum obersten Maßstab. Das Evangelium relativiert ethnische und nationale Grenzen und stellt die Würde des Menschen vor Gott in den Mittelpunkt.

3. Abwertung anderer Lebensweisen

AfD-Zitat:
„Steigende Abtreibungs- und sinkende Geburtenraten hängen auch damit zusammen, dass sexuelle Abweichungen und nicht-reproduktive Lebensweisen mittlerweile mehr Akzeptanz genießen und offensiver beworben werden als die normale Familie aus Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen.“

Quelle: Kapitel I. Familie und Kinder, Punkt 5 „Familie mit Kindern als Vorbild der Lebensgestaltung!“, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Die AfD lehnt jede Form der staatlichen Frühsexualisierung und jedwede Indoktrination von Kleinkindern und Grundschülern im Sinne devianter Formen von Sexualität ab.“

Quelle: Kapitel I. Familie und Kinder, Punkt 18 / Kita- und Grundschulbereich, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“
Quelle: 1. Mose 1,27

„…aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das aufrührerische Übel, voll tödlichen Gifts. Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind.“
Quelle: Jakobus 3,8-9

„Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“
Quelle: Römer 15,7

Einordnung:
Aus christlicher Sicht ist hier nicht nur die familienpolitische Gewichtung entscheidend, sondern vor allem die Sprache. Wer Menschen oder Lebensweisen als „Abweichung“ oder „deviant“ markiert, bewegt sich in Richtung Entwürdigung. Biblisch beginnt jede Ethik bei der Gottesebenbildlichkeit des Menschen und beim Gebot, einander nicht verächtlich zu machen.

4. Migration, Fremde und Remigration

Christliche Vielfalt in Magdeburg, Sora, prompted by ChatGPT
Christliche Vielfalt, Sora, prompted by ChatGPT

AfD-Zitat:
„Kulturfremde Flüchtlinge sollen keine Reise durch zahlreiche sichere Drittländer antreten, sondern Zuflucht in Nachbarstaaten finden. Beispielsweise endet die Flucht eines Syrers in der Türkei oder im Libanon. Eine Weiterreise in Richtung Deutschland ist hingegen keine Flucht, sondern der Weg ins deutsche Sozialstaatsparadies.“

Quelle: Kapitel II. Einwanderung und Remigration, Punkt 6 „Flüchtlingshilfe vor Ort statt Aufnahme in Sachsen-Anhalt!“, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Eine umfassende Remigrationspolitik beinhaltet erstens die Rückholung ausgewanderter deutscher Fachkräfte, zweitens die Abschiebung ausreisepflichtiger Ausländer unter staatlichem Zwang und drittens freiwillige Re-Migrationsprogramme für illegale Zuwanderer.“

Quelle: Kapitel II. Einwanderung und Remigration, Punkt 36 „Remigrationslotsen statt Integrationslotsen!“, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Eine AfD-geführte Landesregierung wird eine ‚Task Force Abschiebungen‘ einrichten.“

Quelle: Kapitel II. Einwanderung und Remigration, Punkt 35 „Task Force für Abschiebungen einrichten!“, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.“
Quelle: 3. Mose 19,33–34

„Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“
Quelle: Matthäus 25,35

„Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“
Quelle: Hebräer 13,2

Einordnung:
Christlich kann über staatliche Ordnung, Verfahren und Grenzen diskutiert werden. Problematisch wird die Programmatik dort, wo Fremde pauschal als Belastung, kulturelles Gegenbild oder Sicherheitsproblem markiert werden. Die Bibel kennt den Fremden nicht zuerst als Bedrohung, sondern als Menschen unter Gottes Schutz.

5. Kirchenasyl und Schutzräume der Kirche

Sachsen-Anhalt hat eine lange Kirchentradition, Sora, prompted by ChatGPT
Sachsen-Anhalt hat eine lange Kirchentradition, Sora, prompted by ChatGPT

AfD-Zitat:
„Das Kirchenasyl verstößt gegen geltendes Recht. … Eine AfD-geführte Landesregierung wird in Zusammenarbeit mit den Ausländer- und Polizeibehörden dafür sorgen, dass alle Kirchenasylanten schnellstmöglich aus Sachsen-Anhalt abgeschoben werden.“

Quelle: Kapitel II. Einwanderung und Remigration, Punkt 4 „Kirchenasyl in Sachsen-Anhalt unterbinden – Kirchen finanziell zur Rechenschaft ziehen!“, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„… wird die Landesregierung prüfen, ob die verantwortlichen Kirchengemeinden für die daraus resultierenden Folgekosten dauerhaft in die finanzielle Verantwortung genommen werden können.“

Quelle: Kapitel II. Einwanderung und Remigration, Punkt 4, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!“
Quelle: Jesaja 1,17

„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen.“
Quelle: Sprüche 31,8–9

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“
Quelle: Apostelgeschichte 5,29

Einordnung:
Kirchenasyl ist aus christlicher Sicht kein bloßer Verwaltungstrick, sondern im Grenzfall Ausdruck kirchlicher Gewissensverantwortung. Eine Politik, die Gemeinden dafür bestrafen oder einschüchtern will, gerät in Spannung zum biblischen Auftrag, Schutzbedürftige nicht preiszugeben.

6. Asyl als Gnadenrecht statt als Schutzrecht

AfD-Zitat:
„Eine AfD-geführte Landesregierung wird eine Bundesratsinitiative zur Abschaffung des gegenwärtig geltenden Asyl-Grundrechts und seiner Umwandlung in ein staatlicherseits gewährtes Gnadenrecht einleiten. Wir müssen frei sein, entscheiden zu können, welchen Personen wir nach Maßgabe unseres politischen Interesses Asyl gewähren.“

Quelle: Kapitel II. Einwanderung und Remigration, Punkt 5 „Grundrecht auf Asyl abschaffen!“, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Er hat dir kundgetan, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“
Quelle: Micha 6,8

„Einen Fremdling sollst du nicht bedrängen. Ihr wisst ja um das Herz eines Fremdlings, denn Fremdlinge seid ihr auch gewesen in Ägyptenland.“
Quelle: 2. Mose 23,9

Einordnung:
Wenn Schutz nicht mehr als Recht, sondern als politisch gewährte Gnade gedacht wird, verschiebt sich der moralische Maßstab grundlegend. Biblisch sind Macht und Recht nicht dazu da, den Schwachen von Willkür abhängig zu machen, sondern ihn gerade vor Willkür zu schützen.

7. Religionsfreiheit und der Umgang mit Muslimen

AfD-Zitat:
„Die AfD wird die Religionsfreiheit wieder auf angemessene Maßstäbe zurückführen.“

Quelle: Kapitel III. Kultur und Integration, Punkt 17 „Nein zu Muezzin und Minarett!“, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Die AfD-Regierung wird alle Möglichkeiten ausschöpfen, den Einfluss dieser kulturfremden Religion in Sachsen-Anhalt zu beschränken, soweit dies rechtlich zulässig ist.“

Quelle: Kapitel III. Kultur und Integration, Punkt 17, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.“
Quelle: Matthäus 7,12

„Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.“
Quelle: Römer 12,18

„Ehrt jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehrt den König!“
Quelle: 1. Petrus 2,17

Einordnung:
Christen müssen andere Religionen theologisch nicht teilen. Aber aus christlicher Sicht ist Religionsfreiheit kein Mehrheitsprivileg. Wer sie für andere beschneiden will, weil deren Religion als „kulturfremd“ gilt, verlässt den Boden gegenseitiger Achtung und untergräbt letztlich auch die Freiheit des eigenen Glaubens.

8. Kirche soll schweigen, wenn sie politisch widerspricht

Jesus predigt vor einer Menschenmenge, Sora, prompted by ChatGPT
Jesus predigt vor einer Menschenmenge, Sora, prompted by ChatGPT

AfD-Zitat:
„Da die Kirchensteuerkirchen das nicht mehr vermitteln und sich vielfach vom christlichen Auftrag entfernt haben und vor allem gesellschaftspolitisch aktiv sind, können sie keine Sonderstellung durch Kirchensteuereinzug und Staatsleistungen beanspruchen.“

Quelle: Präambel / Kurzfassung, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Das meiste ist politische Agitation im Sinne der Altparteien: Klimadoktrin, Genderismus und Regenbogenkult stehen hoch im Kurs … Dergleichen darf nicht mit Steuergeld gefördert werden. Eine AfD-Landesregierung wird diese Zahlungen unverzüglich einstellen.“

Quelle: Kapitel III. Kultur und Integration, Punkt 19 „Kein Geld mehr für die Evangelische Akademie!“, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Ihr seid das Salz der Erde. … Ihr seid das Licht der Welt.“
Quelle: Matthäus 5,13–14

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“
Quelle: Micha 6,8

„Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.“
Quelle: Jakobus 1,27

Einordnung:
Kirche ist biblisch nicht auf den sakralen Innenraum beschränkt. Sie hat einen öffentlichen Auftrag. Wenn kirchliche Stimme genau dann delegitimiert wird, wenn sie gesellschaftlich widerspricht, dann wird die prophetische Rolle der Kirche angegriffen.

9. Bildungspolitik und ideologische Verengung

Schule mit gegenseitigem Respekt, Sora, prompted by ChatGPT
Schule mit gegenseitigem Respekt, Sora, prompted by ChatGPT

AfD-Zitat:
„Die Kinder werden an den Schulen nicht mehr gebildet, dafür erwachsene Bürger bevormundet.“

Quelle: Präambel, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Die einseitige politische Indoktrination nicht nur an Schulen, sondern auch durch millionenschwere staatliche Programme und durch einen zwangsgebührenfinanzierten Rundfunk muss gestoppt werden.“

Quelle: Präambel / Kurzfassung, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„… und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
Quelle: Johannes 8,32

„Prüft aber alles und das Gute behaltet.“
Quelle: 1. Thessalonicher 5,21

Einordnung:
Christliche Bildungsethik lebt von Wahrheitssuche, Gewissensbildung und Unterscheidungsfähigkeit. Problematisch wird es dort, wo Bildung fast nur noch als Abwehrfeld gegen ideologische Gegner beschrieben wird. Dann droht selbst eine neue ideologische Verengung.

10. Vereine, Patriotismus und politischer Konformitätsdruck

AfD-Zitat:
„Wir werden deshalb als Landesregierung dafür sorgen, dass jeder Verein, der entweder institutionell oder projektbezogen mit Steuergeld gefördert werden will, ein glaubhaftes Bekenntnis zur demokratischen Ordnung und zu einer patriotischen Grundhaltung ablegen muss.“

Quelle: Kapitel V / Demokratieteil, Punkt 7 im Vereins- und Demokratieförderbereich, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“
Quelle: 2. Korinther 3,17

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“
Quelle: Apostelgeschichte 5,29

Einordnung:
Ein Bekenntnis zur demokratischen Ordnung ist legitim. Problematisch wird die Forderung dort, wo zusätzlich eine „patriotische Grundhaltung“ zur Bedingung staatlicher Förderung erhoben wird. Damit entsteht Druck zur weltanschaulichen Anpassung. Christlich ist Gewissensfreiheit nicht daran gebunden, sich deklaratorisch einer nationalen Haltung zu unterwerfen.

11. Sozialpolitik, Leistung und Würde

AfD-Zitat:
„Wer von Steuergeld profitieren will, muss nicht nur die politische Ordnung anerkennen, sondern sich zumindest deklaratorisch für unser Land einsetzen.“

Quelle: Kapitel V / Vereinsförderung, im Umfeld der Forderung nach patriotischer Grundhaltung, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Hört zu, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die Armen in der Welt erwählt, dass sie reich im Glauben wären und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben?“
Quelle: Jakobus 2,5

„Da antwortete er und sprach zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tue dir nicht Unrecht. … Oder siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin?“
Quelle: Matthäus 20,13–15

Einordnung:
Die biblische Perspektive bewertet Menschen nicht zuerst nach Nutzen, Leistung oder ideologischer Verlässlichkeit. Wo staatliche Anerkennung und Förderung stark an Konformität, Zugehörigkeit oder Nützlichkeit gekoppelt werden, gerät das christliche Verständnis von Würde und Gnade unter Druck.

12. Angst als politisches Instrument

AfD-Zitat:
„Wir sind nicht mehr weit entfernt von dem Albtraum …“

Quelle: Präambel, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

AfD-Zitat:
„Es ist vielleicht unsere letzte Chance.“

Quelle: Präambel, AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt

Bibel:

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“
Quelle: 2. Timotheus 1,7

„In der Liebe ist keine Furcht, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.“
Quelle: 1. Johannes 4,18

Einordnung:
Politik arbeitet immer auch mit Warnungen. Problematisch wird es dort, wo Angst selbst zur Hauptwährung wird. Christliche Ethik setzt dem nicht Naivität entgegen, sondern Besonnenheit, Wahrhaftigkeit und die Weigerung, Furcht zum dauerhaften Herrschaftsmittel zu machen.

Gesamtfazit

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, Sora, prompted by ChatGPT
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, Sora, prompted by ChatGPT

Leitvers:

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Quelle: Matthäus 22,39

Die deutlichsten Spannungen zwischen dem AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt und biblischer Ethik liegen in der Abwertung von Fremden, in der sprachlichen Herabsetzung bestimmter Menschengruppen, im Angriff auf kirchliche Schutzräume, in der selektiven Auslegung von Religionsfreiheit, in der nationalen Überhöhung des Eigenen, in der Tendenz zur politischen Konformität und in einer Rhetorik, die stark auf Feindbilder und Angst setzt. Nicht jede konservative Position ist damit automatisch unchristlich. Problematisch wird es dort, wo Würde, Wahrheit, Gewissensfreiheit und Nächstenliebe untergeordnet oder sprachlich entstellt werden.

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