
Willkommen zu einem neuen Tag mit einer neuen Andacht.
Es gibt eine erstaunliche Tatsache über unseren Planeten: Am heutigen Tag erreicht die Erde ihre größte Entfernung zur Sonne. Astronomen nennen diesen Punkt Aphel. Trotzdem erleben wir auf der Nordhalbkugel mitten im Sommer warme Tage. Der Grund dafür ist nicht die Entfernung zur Sonne, sondern die Neigung der Erdachse. Sie entscheidet darüber, wie viel Licht und Wärme uns erreichen.
Dieser Gedanke kann uns auch im Glauben helfen. Manchmal fühlt sich Gott weit weg an. Unsere Gebete scheinen unbeantwortet zu bleiben, wir vermissen seine Nähe oder gehen durch Zeiten, in denen der Glaube anstrengend geworden ist. Doch unser Empfinden ist nicht immer ein zuverlässiger Maßstab für Gottes Wirklichkeit.
„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“
Römer 8,38–39

Diese Worte schrieb der Apostel Paulus nicht in einer Zeit voller Leichtigkeit. Er kannte Verfolgung, Gefängnis und persönliche Enttäuschungen. Gerade deshalb haben seine Worte so viel Gewicht. Er sagt nicht, dass wir Gottes Nähe immer spüren werden. Er sagt, dass nichts uns von seiner Liebe trennen kann.
Wie bei der Erde und der Sonne verändert unsere Wahrnehmung nicht die Realität. Die Erde bleibt von der Sonne umkreist, auch wenn sie heute so weit entfernt ist wie an keinem anderen Tag des Jahres. Und weil ihre Ausrichtung stimmt, erreicht sie weiterhin Licht und Wärme.


Vielleicht ist das heute genau die Ermutigung, die du brauchst. Wenn Gott dir fern erscheint, bedeutet das nicht, dass er dich verlassen hat. Seine Liebe hängt nicht von deinen Gefühlen ab. Seine Treue verändert sich nicht mit deinen Umständen. Manchmal lädt er uns gerade in solchen Zeiten ein, ihm neu zu vertrauen – nicht aufgrund dessen, was wir empfinden, sondern aufgrund dessen, was er versprochen hat.
So dürfen wir mit diesem Vertrauen den heutigen Tag beginnen.
Herr Jesus Christus,
manchmal fühlt es sich an, als wärst du weit weg. Meine Fragen werden größer, und meine Gefühle wollen mir einreden, dass ich allein bin.
Doch heute erinnere mich daran, dass deine Liebe nicht von meinem Empfinden abhängt. Du bleibst derselbe – gestern, heute und in Ewigkeit.
Richte mein Herz neu auf dich aus, damit ich dein Licht auch dann wahrnehme, wenn dunkle Gedanken meine Sicht trüben.
Schenke mir Vertrauen, das tiefer reicht als meine Gefühle, und Hoffnung, die stärker ist als meine Zweifel.
Lass deine Wärme mein Herz erfüllen und deine Gegenwart meinen Weg begleiten.
Ich danke dir, dass nichts mich von deiner Liebe trennen kann.
Amen.
