1070 – Wo bist du?

1070 – Wo bist du?

Adam und Eva entdecken ihre Nacktheit und verstecken sich, ChatGPT
Adam und Eva entdecken ihre Nacktheit und verstecken sich, ChatGPT

Willkommen zu einem neuen Tag mit einer neuen Andacht.

„Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN zwischen den Bäumen im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?“
1. Mose 3,8–9

„Wo bist du?“

Es ist eine der ersten Fragen Gottes an den Menschen in der Bibel. Und natürlich braucht Gott keine Wegbeschreibung. Er hat Adam nicht zwischen den Bäumen verloren.

Die Frage geht tiefer.

Zuvor hatte Gott Adam und Eva erlaubt, von den Früchten der Bäume im Garten zu essen. Nur von einem Baum sollten sie nicht essen: vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Doch die Schlange weckte Zweifel an Gottes Worten und stellte seine Absichten infrage. Eva nahm von der verbotenen Frucht und aß davon, anschließend gab sie auch Adam davon, und auch er aß. Damit übertraten beide ganz bewusst die Grenze, die Gott ihnen gesetzt hatte. Die unmittelbare Folge ist bemerkenswert: Sie erleben nicht die versprochene Freiheit, sondern erkennen ihre Nacktheit, empfinden Scham und versuchen schließlich, sich vor Gott zu verstecken.

Adam steht zwischen dichtem Pflanzenwuchs, während Gott ihn ruft, ChatGPT
Adam steht zwischen dichtem Pflanzenwuchs, während Gott ihn ruft, ChatGPT

Adam sagt wenig später selbst, warum:

„Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.“
1. Mose 3,10

Das Versteck kann heute ganz anders aussehen.

Du kannst morgens aufstehen, deinen Aufgaben nachgehen, Nachrichten beantworten, freundlich sein und deinen Alltag bewältigen – und dich trotzdem innerlich verstecken.

Eine Frau beteiligt sich am Gespräch, wirkt aber innerlich angespannt und verschlossen, ChatGPT
Eine Frau beteiligt sich am Gespräch, wirkt aber innerlich angespannt und verschlossen, ChatGPT

Vielleicht vor einer Wahrheit, die du nicht anschauen möchtest. Vor einer Entscheidung, die längst fällig wäre. Vor Schuld, über die du nicht sprechen willst. Vor einer Verletzung, die du überspielst. Oder sogar vor Gott, weil du glaubst, erst wieder Ordnung in dein Leben bringen zu müssen, bevor du zu ihm kommen kannst.

Dann trifft diese alte Frage plötzlich unsere Gegenwart:

Wo bist du?

Nicht: Warum bist du noch nicht besser?

Nicht: Wie konntest du nur?

Sondern zuerst: Wo bist du?

Gott sucht die Begegnung mit einem Menschen, der sich gerade vor ihm versteckt.

Diese Bewegung zieht sich durch die ganze Bibel und führt schließlich zu Jesus Christus. Jesus geht zu Menschen, die schuldig geworden sind, sich verirrt haben oder von anderen längst abgeschrieben wurden. Er wartet nicht darauf, dass sie zuerst ein vorzeigbares Leben herstellen.

In Jesus kommt Gott selbst dem Menschen entgegen.

Darum darfst du Gottes Frage heute persönlich hören: Wo bist du gerade wirklich?

Hier bin ich, ChatGPT
Hier bin ich, ChatGPT

Vielleicht bist du erschöpft. Vielleicht zufrieden. Vielleicht voller Zweifel. Vielleicht trägst du Schuld mit dir herum. Vielleicht bist du Gott näher als lange zuvor. Vielleicht hast du dich so weit zurückgezogen, dass du selbst nicht mehr genau weißt, wann es angefangen hat.

Du musst Gott keinen besseren Standort nennen.

Du kannst ihm sagen, wo du tatsächlich bist.

Denn die entscheidende Hoffnung dieser Geschichte liegt schon darin, wer die erste Bewegung macht: Adam versteckt sich – Gott ruft.

Auch heute ruft er Menschen aus ihren Verstecken. Nicht damit wir uns vor ihm rechtfertigen müssen, sondern damit Wahrheit, Vergebung und eine neue Beziehung möglich werden.

Jesus Christus zeigt uns, wie weit Gott dafür geht.

Vielleicht brauchst du heute deshalb keine komplizierten Worte. Nur den Mut, aus deinem Versteck zu kommen und zu sagen: Hier bin ich.

Jesus, hier bin ich.

Du weißt, wo ich stehe, auch wenn ich selbst manchmal davor weglaufe. Du kennst die Seiten meines Lebens, die ich gerne zeige, und auch die, die ich verstecke.

Ich will mich nicht länger hinter Stärke, Beschäftigung, Ausreden oder Angst verbergen. Gib mir den Mut, ehrlich vor dir zu stehen.

Wo Schuld zwischen uns steht, schenke mir Vergebung. Wo Scham mich klein macht, richte mich auf. Wo Angst mich zurückhält, komm mir entgegen.

Jesus, ich danke dir, dass du mich nicht erst suchst, wenn mein Leben aufgeräumt ist. Du rufst mich dort, wo ich gerade bin.

Wenn du fragst: „Wo bist du?“, möchte ich nicht davonlaufen.

Hier bin ich, Jesus. Mit meiner Geschichte, meinen Fehlern, meinen Fragen und meiner Sehnsucht.

Hol mich aus meinen Verstecken und führe mich zurück in deine Nähe.

Amen.

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