
Schön, dass du heute kurz innehältst.
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
Es gibt Momente, in denen wir am liebsten ein Kapitel unseres Lebens herausreißen würden. Entscheidungen, die wir bereuen. Worte, die wir nicht mehr zurückholen können. Wege, die sich im Nachhinein als Irrweg herausgestellt haben. Manchmal entsteht der Eindruck, dass diese Seiten unseres Lebens für immer bestimmen, wer wir sind.
Doch Gott erzählt Geschichten anders.
Ein eindrucksvolles Beispiel ist Petrus. Er gehörte zu den engsten Freunden Jesu und war überzeugt, ihm niemals untreu zu werden. Als Jesus ankündigte, dass ihn alle verlassen würden, widersprach Petrus entschieden.
Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: „Wenn sie auch alle Ärgernis nehmen, so will ich doch niemals Ärgernis nehmen.“
Matthäus 26,33
Doch Jesus wusste, was kommen würde.
Jesus sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“
Matthäus 26,34
Noch in derselben Nacht wurde Jesus verhaftet. Petrus folgte ihm zunächst aus der Ferne. Als Menschen ihn erkannten und fragten, ob er zu Jesus gehöre, bekam er Angst. Dreimal behauptete er, Jesus überhaupt nicht zu kennen. Kurz darauf krähte ein Hahn. Da erinnerte sich Petrus an die Worte Jesu. Er begriff, wie schwer er versagt hatte.
Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
Matthäus 26,75
Für viele Menschen wäre das das Ende der Geschichte gewesen. Doch für Jesus war es der Anfang eines neuen Kapitels.
Nach seiner Auferstehung suchte Jesus Petrus ganz bewusst auf. Am See Genezareth fragte er ihn dreimal nach seiner Liebe – genau so oft, wie Petrus ihn zuvor verleugnet hatte. Damit machte Jesus deutlich: Die Schuld hatte nicht das letzte Wort. Er schenkte Petrus neues Vertrauen und einen neuen Auftrag.

Da sprach Jesus zum dritten Mal zu ihm: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ Petrus wurde traurig, weil er ihn zum dritten Mal fragte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: „Weide meine Schafe.“
Johannes 21,15–17
Aus dem Mann, der gefallen war, wurde einer der wichtigsten Zeugen der Auferstehung Jesu.
Auch Paulus zeigt, wie Gott neue Geschichten schreibt. Bevor er Jesus begegnete, verfolgte er Christen mit aller Härte. Er war überzeugt, damit Gott einen Dienst zu erweisen. Doch auf dem Weg nach Damaskus begegnete ihm der auferstandene Jesus persönlich.

Diese Begegnung veränderte sein Leben grundlegend. Aus dem Verfolger wurde ein Verkündiger des Evangeliums.
Später konnte Paulus selbst bekennen:
„Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.“
1. Korinther 15,10
Petrus und Paulus hatten beide eine Vergangenheit, auf die sie nicht stolz sein konnten. Der eine verleugnete Jesus, der andere verfolgte seine Gemeinde. Doch Gottes Gnade war größer als ihre Schuld. Sie mussten ihre Vergangenheit nicht verdrängen – aber sie mussten auch nicht in ihr gefangen bleiben.
Das bedeutet nicht, dass Fehler keine Folgen haben. Aber sie müssen nicht das letzte Kapitel deines Lebens sein. Gott kann aus zerbrochenen Wegen neue Hoffnung wachsen lassen. Er sieht nicht nur, wo du gewesen bist, sondern vor allem, wohin er dich führen möchte.

Vielleicht trägst du heute Erinnerungen mit dir herum, die dich belasten. Vielleicht denkst du, manche Entscheidungen hätten alles zerstört. Dann darfst du wissen: Bei Gott ist deine Geschichte noch nicht zu Ende. Mit ihm kann immer ein neues Kapitel beginnen.
Lass uns mit diesem Gedanken gemeinsam beten.
Herr Jesus,
danke, dass du mich nicht auf meine Fehler reduzierst. Du kennst meine Vergangenheit besser als ich selbst und liebst mich trotzdem mit unveränderlicher Liebe.
Wo ich an meinem Versagen festhalte, schenke mir den Mut, deine Vergebung anzunehmen. Hilf mir, loszulassen, was mich gefangen hält, und neu auf deinen Weg zu vertrauen.
Danke, dass du Menschen wie Petrus und Paulus nicht aufgegeben hast. Ihre Geschichten zeigen mir, dass deine Gnade größer ist als meine Vergangenheit und dass du auch aus meinem Leben etwas Neues entstehen lassen kannst.
Führe meine Schritte. Schreibe du die nächsten Kapitel meines Lebens. Lass sie von deiner Gnade, deiner Wahrheit und deiner Liebe geprägt sein.
Ich vertraue darauf, dass du noch nicht am Ende mit mir bist. Danke, dass du jeden neuen Tag nutzt, um mich näher zu dir zu führen.
Amen.
