Sommerreihe: Die Ich-bin-Worte Jesu (5/7)

Schön, dass wir diesen Moment gemeinsam beginnen.
Gestern haben wir Jesus als den guten Hirten kennengelernt. Er kennt seine Schafe, geht ihnen voraus und lässt niemanden im Stich. Heute hören wir eines der stärksten Ich-bin-Worte überhaupt. Es wurde nicht in einer ruhigen Unterrichtsstunde gesprochen, sondern mitten in einer Situation voller Trauer.
„Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
Johannes 11,25
Jesus kommt nach Bethanien, nachdem sein Freund Lazarus gestorben ist. Vier Tage liegt Lazarus bereits im Grab. Für seine Schwestern Marta und Maria ist jede Hoffnung vorbei. Der Tod scheint das letzte Wort gesprochen zu haben.

Marta läuft Jesus entgegen. Sie macht ihm keinen Vorwurf, aber ihre Enttäuschung ist spürbar. „Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“
Jesus antwortet nicht mit einer Erklärung. Er sagt auch nicht: „Es wird schon wieder.“
Er richtet den Blick auf sich selbst.
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Damit macht Jesus deutlich: Hoffnung ist keine Theorie. Hoffnung hat einen Namen. Sie beginnt dort, wo Menschen ihm vertrauen.
Natürlich erleben wir nicht jeden Tag ein Wunder wie die Auferweckung des Lazarus. Trotzdem kennen wir Situationen, in denen etwas endgültig erscheint. Eine zerbrochene Beziehung. Eine schwere Diagnose. Das Ende eines Traumes. Momente, in denen wir nur noch das sehen, was verloren ist.
Genau dort spricht Jesus seine Worte hinein.
Er verspricht nicht, dass unser Leben immer leicht wird. Aber er verspricht, dass selbst der Tod nicht das letzte Wort hat. Weil Jesus selbst auferstanden ist, dürfen wir über dieses Leben hinaus hoffen. Und schon heute schenkt er neues Leben – dort, wo Schuld vergeben wird, wo Mut wächst und wo Menschen neue Perspektiven finden.
Vielleicht trägst du gerade eine Enttäuschung mit dir, die sich wie ein verschlossener Stein vor deinem Herzen anfühlt.
Dann höre heute auf Jesus.

Er begegnet deiner Hoffnungslosigkeit nicht mit leeren Versprechen, sondern mit seiner eigenen Person. Er ist die Auferstehung und das Leben. Deshalb darfst du darauf vertrauen, dass Gott selbst dort Neues schaffen kann, wo du keinen Weg mehr erkennst.
Mit dieser Hoffnung wollen wir gemeinsam beten.
Jesus Christus,
du bist die Auferstehung und das Leben.
Danke, dass dein Licht heller scheint als jede Dunkelheit.
Danke, dass deine Hoffnung weiter reicht als meine Angst.
Wenn ich nur noch Grenzen sehe, öffne meinen Blick für deine Möglichkeiten.
Wenn Trauer mein Herz schwer macht, schenke mir deinen Frieden.
Lass mich jeden Tag neu aus deiner Kraft leben.
Hilf mir, anderen Menschen Hoffnung weiterzugeben, weil sie ihren Ursprung in dir hat.
Danke, dass dein Leben stärker ist als der Tod.
Amen.
Morgen hören wir das sechste Ich-bin-Wort Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Gemeinsam entdecken wir, warum Jesus nicht nur Orientierung gibt, sondern selbst der Weg zum Vater ist.
