
Schön, dass du heute kurz innehältst.
„Viele gute Werke habe ich euch vom Vater gezeigt. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen?“ Sie antworteten ihm: „Nicht wegen eines guten Werkes steinigen wir dich, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.“
Johannes 10,32–33
In Johannes 10,31–42 spitzt sich die Lage zu. Jesus hat davon gesprochen, dass er und der Vater eins sind. Für viele seiner Zuhörer war das unerträglich. Sie hoben Steine auf, um ihn zu töten. Dabei hatten sie erlebt, wie er Kranke heilte, Menschen aufrichtete und Gottes Liebe sichtbar machte. Trotzdem wollten sie seine Worte nicht annehmen.
Diese Begebenheit zeigt etwas, das bis heute aktuell ist: Menschen können dieselben Tatsachen sehen und doch zu völlig unterschiedlichen Schlüssen kommen. Manche erkennen in Jesus den Sohn Gottes. Andere sehen nur einen Menschen, der ihre Vorstellungen infrage stellt.
Jesus reagiert nicht mit Angst oder Wut. Er verweist auf das, was jeder sehen konnte: auf seine Taten. Seine Worte und sein Handeln passten zusammen. Er zwang niemanden zum Glauben, sondern lud die Menschen ein, ehrlich hinzusehen.
Am Ende des Abschnitts verlässt Jesus Jerusalem und geht an den Ort zurück, an dem Johannes der Täufer einst getauft hatte. Dort begegnen ihm Menschen, die offen sind. Sie erinnern sich an das Zeugnis des Johannes und erkennen: Alles, was Johannes über Jesus gesagt hatte, war wahr. Viele kommen dort zum Glauben.

Das macht Mut. Nicht jede Ablehnung bedeutet, dass Gottes Wirken aufhört. Während sich einige verschließen, öffnen andere ihr Herz. Gottes Wahrheit findet ihren Weg – oft dort, wo Menschen bereit sind zuzuhören.
Vielleicht kennst du Situationen, in denen dein Glaube auf Unverständnis stößt oder du selbst Fragen hast. Dann lohnt sich ein Blick auf Jesus. Seine Liebe, seine Barmherzigkeit und seine Treue sprechen bis heute für ihn. Er lädt dich nicht zu blindem Glauben ein, sondern dazu, ihm zu begegnen und ihn kennenzulernen.

So können wir jetzt gemeinsam beten:
Jesus Christus,
danke, dass du dich nicht von Ablehnung hast aufhalten lassen.
Danke, dass deine Liebe stärker ist als Hass und deine Wahrheit heller leuchtet als jede Lüge.
Schenke mir ein offenes Herz, das dich erkennt, auch wenn andere dich ablehnen oder missverstehen.
Hilf mir, auf dein Handeln zu achten und dir mehr zu vertrauen als meinen eigenen Ängsten.
Lass mein Leben etwas von deiner Liebe widerspiegeln, damit andere durch mein Handeln einen Blick auf dich bekommen.
Führe mich jeden Tag näher an dein Herz und erfülle mich mit deinem Frieden.
Amen.
