793 – Vertrauen im Gebet

793 – Vertrauen im Gebet

Liebe Hörerinnen und Hörer, liebe Leserinnen und Leser,

es war ein Moment der Stille, in dem einer der Jünger Jesus beobachtete. Nicht beim Predigen. Nicht bei einem Wunder. Sondern beim Beten. Und dann kam diese Bitte, fast ehrfürchtig, aber ganz persönlich: „Herr, lehre uns beten.“ Keine große Theologie. Einfach ein Wunsch: Zeig uns, wie man so redet mit Gott, wie du es tust.

Und Jesus antwortet nicht mit einer Methode oder Technik. Sondern mit einem Vertrauen. Er sagt:

„Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich unser Brot. Und vergib uns unsere Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung.“
Lukas 11,2–4

Betender Jesus am Felsen, Sora, prompted by ChatGPT
Betender Jesus am Felsen, Sora, prompted by ChatGPT

Schon dieses erste Wort „Vater!“ verändert alles. Kein Titel. Kein Abstand. Kein „Allmächtiger Herrscher des Universums“ – sondern Papa. Im Aramäischen, der Sprache Jesu, sagte man sogar „Abba“, das klingt wie ein Kind, das zum Vater läuft. Wer so betet, steht nicht vor einem fernen Gott, sondern vor einem, der dich liebt, der dich kennt – und der dir zuhört.

Jesus gibt uns ein Gebet, das keine Show ist. Kein Pflichtprogramm. Sondern eine Einladung. Zum Vertrauen. Zum Gespräch. Zum ehrlichen Austausch. Es ist wie ein offenes Fenster zum Himmel, bei dem du keine Maske tragen musst. Kein feierlicher Tonfall nötig. Kein religiöses Getue. Nur du – und Gott.

Doch warum fällt uns das oft so schwer?

Weil wir manchmal denken, Gebet müsse etwas Besonderes sein. Oder wir sind unsicher, ob es überhaupt etwas bringt. Und genau da hinein spricht Jesus: Du darfst bitten. Um Brot. Um Vergebung. Um Hilfe. Es ist okay, zu sagen: Ich brauche dich. Ich habe Mist gebaut. Ich habe Angst. Das ist nicht Schwäche. Das ist Gebet.

Jesus macht klar: Das Herz zählt, nicht die Form. Es geht nicht darum, perfekte Worte zu sprechen, sondern um echte Worte. Und er verbindet unser Reden mit Gottes Handeln. Denn wer betet, tut mehr, als nur zu reden – er vertraut, dass Gott reagiert.

Herbstliche Umarmung, Sora, prompted by ChatGPT

Vielleicht betest du seit Jahren dasselbe – oder hast es seit Jahren nicht mehr getan. Vielleicht fühlt es sich leer an. Oder falsch. Oder fremd. Dann erinnere dich: Es geht nicht darum, was du kannst, sondern wen du kennst. Du kennst den Vater. Und er kennt dich.

Ich erinnere mich an eine Geschichte, die ich gelesen habe: Eine alte Frau sagte, sie bete nie laut, sondern nur still in ihrem Herzen. Jemand fragte sie, ob sie denn glaube, dass Gott das höre. Sie lächelte und sagte: „Ich bin seine Tochter. Ich muss nicht schreien, damit mein Vater mich hört.“

So einfach. So stark.

Gebet ist kein Notruf an einen anonymen Dienst. Es ist ein Gespräch mit dem, der dich gemacht hat. Der dich liebt. Und der nie zu beschäftigt ist, um zuzuhören.

Wenn du heute betest – tu es wie jemand, der weiß: Ich rede mit meinem Vater.


Vater im Himmel, du bist nicht weit weg, du bist nicht stumm, du bist nicht kalt.

Du bist mein Vater.

Ich vertraue dir mein Herz an – mit allem, was mich bewegt.

Lehre mich zu beten.

Lehre mich zu vertrauen.

Amen!

Ein Kommentar

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