874 – Menschenwürde, Gerechtigkeit und unsere Verantwortung

874 – Menschenwürde, Gerechtigkeit und unsere Verantwortung

Die Bibel und ein Wahlrechtsdokument, Sora, prompted by ChatGPT
Die Bibel und ein Wahlrechtsdokument, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Tag euch allen, die ihr zuhört oder lest – ganz gleich, wo ihr gerade steht im Leben, im Glauben, im Denken.

Heute soll es um Gerechtigkeit gehen. Um Menschen, um Angst. Und um einen Gott, der sich zu Wort meldet, wenn andere schweigen.

Vor 156 Jahren, am 3. Februar 1870, wurde in den Vereinigten Staaten der 15. Zusatzartikel zur Verfassung ratifiziert. „Das Wahlrecht darf keinem Bürger der Vereinigten Staaten aufgrund von Rasse, Hautfarbe oder früherer Knechtschaft verweigert oder eingeschränkt werden.“ Ein Satz, geschrieben mit Hoffnung und Mut. Ein Meilenstein gegen Ausgrenzung und Unterdrückung. Doch wie viel ist davon geblieben?

Heute, im Jahr 2026, jagen in denselben Vereinigten Staaten schwer bewaffnete Einheiten der Einwanderungsbehörde ICE Menschen durch Wohnviertel. Oft ohne Gerichtsbeschluss. Ohne Transparenz. Ohne Rücksicht auf Kinder, Kranke, Alte. Hausdurchsuchungen in der Dämmerung, willkürliche Festnahmen, Einschüchterung. Wer anders aussieht, anders spricht oder keine Papiere hat, lebt in Angst.

ICE-Einsatz, Sora, prompted by ChatGPT
ICE-Einsatz, Sora, prompted by ChatGPT

Das klingt nicht nach einem modernen Rechtsstaat. Es klingt nach Straßenbande mit offizieller Genehmigung.

Die Bibel ist klar:

„Weh denen, die unrechte Gesetze machen und den Schreibern, die unheilvolle Vorschriften schreiben, um die Armen vom Recht zu verdrängen und Gewalt zu üben an den Elenden meines Volks.“
Jesaja 10,1–2

Jesus hatte für solche Situationen ein einfaches Wort: Heuchelei. Wenn man sich nach außen auf Gesetze beruft, aber im Herzen das Recht verrät. Wenn man nach Macht strebt, statt nach Gerechtigkeit. Wenn man meint, Menschen seien weniger wert, weil sie keinen Pass haben.

Jesus schützt eine Frau, Sora, prompted by ChatGPT
Jesus schützt eine Frau, Sora, prompted by ChatGPT

Jesus hat nicht einfach „alle lieb“ gehabt. Er hat sich klar positioniert. Als die Frau beim Ehebruch ertappt und zur Öffentlichkeit geschleift wurde, sprach er das Urteil nicht. Er stellte sich dazwischen. Als Beamte Zöllner erpressten, lud er sie ein, aber er sprach von Umkehr. Als man ihm vorwarf, mit Fremden zu essen, antwortete er: Gerade für sie bin ich gekommen.

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Matthäus 25,40

Gottes Gerechtigkeit ist nicht blind. Sie sieht den Einzelnen. Sie sieht Angst, Erniedrigung, Ohnmacht. Und sie fragt: Wer hält dagegen? Wer wagt es, sich vor die Tür zu stellen und zu sagen: So nicht!

Eine Gesellschaft zeigt ihren Charakter nicht an ihren Gesetzen, sondern daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Wer Mauern baut, um sich zu schützen, baut oft auch Mauern im Herzen. Und wer das Recht beugt, um Ordnung zu wahren, verliert beides: Recht und Ordnung.

Ich glaube, Gott stellt uns heute eine Frage: Was ist dir wichtiger – deine Sicherheit oder deine Menschlichkeit? Dein Vorteil oder dein Gewissen? Deine Nation oder dein Nächster?

Jesus hat nicht für Systeme gelebt, sondern für Menschen. Nicht für Abstammung, sondern für Barmherzigkeit. Nicht für das Recht der Stärkeren, sondern für das Recht der Übersehenen.

Man kann niemanden zwingen, gerecht zu sein. Aber man kann sich entscheiden, hinzusehen. Und aufzustehen.

ICE-Proteste in den USA, Sora, prompted by ChatGPT
ICE-Proteste in den USA, Sora, prompted by ChatGPT

Gott liebt nicht die Großen mehr als die Kleinen. Er liebt. Punkt.

Gerechter Gott,
siehst du, was geschieht?
Du kennst die Furcht der Verfolgten
und die Kälte der Gleichgültigen.

Erbarme dich derer, die fliehen,
und verändere die, die jagen.

Mach uns mutig,
unsere Stimme zu erheben.
Stark, um unser Herz nicht zu verhärten.

Denn dein Reich kommt
nicht mit Gewalt,
sondern mit Gerechtigkeit.

Amen!

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