876 – Bleibt in meinem Wort

876 – Bleibt in meinem Wort

Die Bibel bietet Wahrheit und Beständigkeit, Sora, prompted by ChatGPT
Die Bibel bietet Wahrheit und Beständigkeit, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser, liebe Zuhörende,

ob Sie mit Kirche vertraut sind oder nicht, vielleicht kennen Sie trotzdem dieses Gefühl: Man sucht nach etwas Verlässlichem. Etwas, das trägt, wenn vieles andere ins Wanken gerät. Ein Satz aus der Bibel lädt uns genau dazu ein – nicht zu glauben, weil man muss, sondern weil da eine Einladung zum Leben steckt. Jesus spricht:

„Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
Johannes 8,31–32

In einer Zeit, in der „Wahrheit“ ein umkämpftes Gut geworden ist, klingt dieser Satz fast wie ein Wagnis. Was ist überhaupt wahr? Wer bestimmt das? Und was soll das heißen – die Wahrheit macht frei?

Jesus spricht hier nicht von einer Meinung, nicht von einem Standpunkt, der diskutiert oder verteidigt werden muss. Er meint eine Wahrheit, die tiefer geht: die Wahrheit, dass der Mensch mehr ist als das, was er tut, besitzt oder darstellt. Dass wir gewollt, geliebt, angenommen sind. Dass Gottes Wort ein Ort ist, an dem man bleiben kann – wie in einem Haus, das Schutz bietet. „Bleiben“ – das ist nicht flüchtig, nicht spontan. Es ist eine Entscheidung für Beständigkeit, auch wenn es unbequem wird.

Jesus und seine Jünger, Sora, prompted by ChatGPT
Jesus und seine Jünger, Sora, prompted by ChatGPT

Der Vers beginnt mit einer Bedingung: „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort …“ Jesus lädt ein – aber er zwingt niemanden. Es ist wie mit einer offenen Tür: Sie steht offen, aber hindurchgehen müssen wir selbst. Wer sich diesem Wort anvertraut, merkt mit der Zeit: Es verändert. Nicht von außen, nicht durch Druck, sondern von innen heraus.

Vielleicht kennen Sie den Namen Dietrich Bonhoeffer. Der Theologe, der sich in der Zeit des Nationalsozialismus gegen die Lüge gestellt hat – mit dem Evangelium als innerem Kompass. Für ihn war Wahrheit keine bloße Idee, sondern eine Haltung. In seinem berühmten Buch „Widerstand und Ergebung“ schreibt er sinngemäß: Der Mensch wird nur frei, wenn er sich der Wahrheit stellt, auch wenn es ihn etwas kostet.

Die Bibel sprengt Fesseln, Sora, prompted by ChatGPT
Die Bibel sprengt Fesseln, Sora, prompted by ChatGPT

Jesus verspricht also keine bequeme Wahrheit, sondern eine befreiende. Eine, die uns mit uns selbst konfrontiert – mit unserer Angst, unserer Schuld, unseren faulen Kompromissen. Aber auch mit unserer Würde, unserem inneren Wert, unserem Auftrag als Menschen. Die Wahrheit, die er meint, macht uns nicht zu perfekten Wesen – sondern zu freien Menschen. Frei, weil wir wissen, dass wir nicht aus uns selbst leben müssen.

In einer Gesellschaft, in der jeder alles sein kann, aber keiner weiß, wer er wirklich ist, ruft uns dieser Bibelvers zur Klarheit. Nicht zur Enge. Sondern zur Treue. „Bleibt in meinem Wort“ – das meint: Lasst euch nicht ständig treiben. Hört nicht auf jede neue Stimme. Macht euch fest an dem, was Bestand hat. Jesu Wort ist kein starres Gesetz, sondern ein lebendiges Angebot. Es nimmt uns ernst – und gibt uns Richtung.

Die Bibel ist weit mehr als ein alter Text, Sora, prompted by ChatGPT
Die Bibel ist weit mehr als ein alter Text, Sora, prompted by ChatGPT

Wer diesem Wort vertraut, muss sich nicht mehr beweisen. Muss nicht besser sein als andere. Muss nicht in Angst leben, nicht zu genügen. Freiheit bedeutet hier nicht Beliebigkeit – sondern Zugehörigkeit. Und das ist der vielleicht größte Trost: Wir sind gemeint. Angesprochen. Und eingeladen, zu bleiben.

Herr Jesus Christus,

du hast Worte des Lebens.

Hilf mir, in deinem Wort zu bleiben,

auch wenn Zweifel kommen.

Zeig mir, was wahr ist,

und was mich wirklich frei macht.

Mach mich zu einem Menschen,

der deine Freiheit lebt –

in Liebe, in Mut, in Treue.

Dein Wort sei mein Halt.

Amen!

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