888 – Wenn Worte töten wollen

888 – Wenn Worte töten wollen

Eintreffende Facebook-Nachricht, Sora, prompted by ChatGPT
Eintreffende Facebook-Nachricht, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Morgen an alle, die heute mitlesen oder zuhören – ganz gleich, ob Sie sich als Christ verstehen oder dem Glauben eher fernstehen.

Mir wurde eine Geschichte erzählt. Jemand erhielt eine Facebook-Privatnachricht. Der Absender bezeichnete sich selbst als „Bodenpersonal Gottes“. Und dann standen dort diese Worte: „Tod der islamischen Republik“ und „Tod Khamenei“.

Solche Sätze liest man nicht einfach. Sie brennen sich ein. Nicht nur wegen der politischen Dimension. Sondern weil sie von einem Menschen kommen, der sich auf Gott beruft.

Was macht man mit solchen Christen? Wie reagiert man, wenn jemand im Namen Gottes den Tod von Menschen fordert?

Jesus hat dazu erstaunlich klare Worte gesagt:

„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,“
Matthäus 5,44

Jesus predigt Liebe statt Hass, Sora, prompted by ChatGPT
Jesus predigt Liebe statt Hass, Sora, prompted by ChatGPT

Das ist keine weiche Aussage. Das ist eine Zumutung. Jesus spricht nicht von Sympathie. Er spricht von Liebe. Und er verbindet sie mit Gebet.

Wer „Tod“ über andere ausspricht, verlässt diesen Weg. Ganz gleich, wie problematisch ein politisches System ist. Ganz gleich, wie kritisch man ein Regime beurteilt. Ein Christ darf Unrecht klar benennen. Er darf Missstände nicht verschweigen. Aber er darf nicht zum Richter über Leben und Tod werden.

Paulus schreibt:

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Römer 12,21

Das ist der entscheidende Punkt. Wenn Hass mit Hass beantwortet wird, gewinnt am Ende immer das Böse. Wenn Gewaltfantasien geistlich aufgeladen werden, entsteht eine gefährliche Mischung. Dann wird Gott zum Bannerträger eigener Wut.

Abendliche Bildschirmreflexionen, Sora, prompted by ChatGPT
Abendliche Bildschirmreflexionen, Sora, prompted by ChatGPT

Vielleicht steckt hinter solchen Nachrichten Ohnmacht. Vielleicht Zorn über reale Ungerechtigkeit. Vielleicht Angst. Aber die Bibel ist nüchtern:

„Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist.“
Jakobus 1,20

Zorn kann verständlich sein. Doch er schafft keine Gerechtigkeit vor Gott.

Wie also reagieren?

Erstens: nicht schweigen, aber ruhig bleiben. Klare Worte sind nötig. Man darf schreiben: „Diese Haltung teile ich nicht. Sie widerspricht dem, was Jesus lehrt.“ Sachlich, ohne Gegenbeleidigung. Wer zurückschlägt, bestätigt nur das Muster.

Zweitens: unterscheiden zwischen Person und Aussage. Ein Mensch ist mehr als seine schlimmsten Worte. Wer sich selbst „Bodenpersonal Gottes“ nennt, braucht vielleicht gerade jetzt jemanden, der freundlich, aber bestimmt widerspricht.

Drittens: beten. Nicht als fromme Flucht. Sondern als bewusste Entscheidung, die Situation Gott hinzuhalten. Für die Menschen im Iran. Für politische Verantwortliche. Für die Opfer von Gewalt. Und ja – auch für den Absender dieser Nachricht.

Viertens: das eigene Herz prüfen. Man kann sich moralisch überlegen fühlen und innerlich genauso hart werden. Jesu Weg ist schmal. Er führt nicht in Gleichgültigkeit. Aber er führt auch nicht in Vernichtungsfantasien.

Christsein zeigt sich nicht daran, wie laut wir gegen andere rufen. Sondern wie sehr wir dem Charakter Jesu ähnlich werden. Er hat Unrecht beim Namen genannt. Er hat Machtmissbrauch entlarvt. Aber er hat nie den Tod seiner Gegner gefordert. Selbst am Kreuz betete er für seine Feinde.

Nachdenklich auf der Brücke, Sora, prompted by ChatGPT
Nachdenklich auf der Brücke, Sora, prompted by ChatGPT

Vielleicht ist genau das heute unser Auftrag: nicht das Echo der Empörung zu sein, sondern eine andere Stimme. Eine, die sagt: Ich widerspreche Hass. Ich widerspreche Gewalt. Ich bete für Veränderung. Und ich vertraue darauf, dass Gott gerechter richtet als ich.

Wer so lebt, wird manchmal missverstanden. Aber er bleibt auf dem Weg dessen, der das Leben liebt.

Herr Jesus Christus,

bewahre mein Herz vor Hass, auch wenn ich Unrecht sehe.

Schenke mir Mut zur klaren Wahrheit und zugleich ein Herz voller Liebe.

Lehre mich, das Böse mit Gutem zu überwinden.

Und gebrauche mich als Werkzeug deines Friedens.

Amen!

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