890 – Wenn Sorgen den Schlaf rauben

890 – Wenn Sorgen den Schlaf rauben

Schlaflos, Sora, prompted by ChatGPT
Schlaflos, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Morgen an alle, die heute früh wach sind – vielleicht freiwillig, vielleicht auch nicht. Manche von uns starten voller Energie in diesen Tag. Andere haben kaum geschlafen. Gedanken kreisen. Gespräche klingen nach. Offene Rechnungen, ungelöste Konflikte, Sorgen um Kinder, Eltern, Gesundheit oder Zukunft lassen die Nacht unruhig werden. Und plötzlich ist es drei Uhr morgens – und der Schlaf bleibt fern.

Die Bibel kennt solche Nächte. Sie beschönigt sie nicht. Sie tut nicht so, als wäre Glaube ein Beruhigungstee, der alles sofort stilllegt. Sie spricht ehrlich von Unruhe – und von einem Halt, der tiefer geht als Müdigkeit.

„Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“
Psalm 4,9

Diese Worte schrieb David. Kein Mensch ohne Probleme. Er kannte Bedrohung, Verrat, Existenzangst. Und doch sagt er: Ich liege und schlafe mit Frieden. Nicht, weil alles geklärt ist. Sondern weil einer da ist, der ihn hält.

David, Sora, prompted by ChatGPT
David, Sora, prompted by ChatGPT

Vielleicht denken Sie: Das klingt schön – aber meine Gedanken lassen sich nicht einfach abschalten. Das stimmt. Sorgen sind hartnäckig. Sie klopfen an wie ein unangemeldeter Besucher. Und je mehr man versucht, sie wegzuschieben, desto lauter werden sie.

Jesus sagt einmal:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
Matthäus 11,28

Er sagt nicht: Reißt euch zusammen. Er sagt nicht: Strengt euch mehr an. Er sagt: Kommt. Mit dem, was euch drückt. Mit den Gedanken, die euch den Schlaf nehmen. Mit der Angst vor dem nächsten Arzttermin. Mit der Unsicherheit im Beruf. Mit dem schlechten Gewissen wegen eines Streits.

Viele Gedanken beim Tee, Sora, prompted by ChatGPT
Viele Gedanken beim Tee, Sora, prompted by ChatGPT

Erquicken – das heißt: aufatmen dürfen. Es bedeutet nicht, dass sich alle Umstände sofort ändern. Aber es bedeutet, dass wir sie nicht allein tragen müssen.

Es gibt eine alte geistliche Übung, die erstaunlich schlicht ist: Man nennt Gott am Abend ganz konkret die Dinge, die einem Sorge machen – beim Namen. Nicht allgemein, sondern konkret. „Herr, ich habe Angst vor diesem Gespräch.“ „Ich weiß nicht, wie ich die Rechnung bezahlen soll.“ „Ich sorge mich um mein Kind.“ Und dann bittet man ihn bewusst: „Ich lege es jetzt in deine Hände.“

Manchmal wiederholt man das zehnmal in einer Nacht. Aber mit jeder Wiederholung wird deutlich: Die Sorge gehört nicht mir allein. Sie liegt in größeren Händen.

Petrus schreibt an Menschen, die ebenfalls unter Druck standen:

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
1. Petrus 5,7

Werfen – das ist ein starkes Wort. Nicht vorsichtig ablegen. Nicht ein bisschen teilen. Werfen. So wie man einen schweren Rucksack endlich von den Schultern schleudert. Vielleicht bleibt das Problem bestehen. Aber die Last verteilt sich anders.

Manche Nächte bleiben trotzdem unruhig. Auch das gehört zum Leben. Doch selbst dann gilt: Gott wacht. Während wir wach liegen. Während wir grübeln. Während wir erschöpft zur Decke starren.

Viele Gedanken mitten in der Nacht, Sora, prompted by ChatGPT
Viele Gedanken mitten in der Nacht, Sora, prompted by ChatGPT

Und vielleicht ist genau das der erste Schritt in Richtung Frieden: nicht perfekte Ruhe, sondern Vertrauen. Nicht das Gefühl völliger Kontrolle, sondern die Entscheidung, loszulassen. Stück für Stück.

Wenn heute Abend die Gedanken wieder anklopfen, dürfen Sie sich erinnern: Ich muss diese Nacht nicht allein bestehen. Einer ist da. Einer hört. Einer trägt. Und manchmal schenkt er mitten im Gedankenkarussell einen Moment stiller Gewissheit – wie ein kleines Licht im Dunkeln.

Lassen Sie uns beten.

Herr, du kennst meine unruhigen Nächte.

Du weißt, was mir den Schlaf raubt und mein Herz eng macht.

Ich bringe dir meine Sorgen beim Namen und lege sie in deine Hände.

Schenke mir Vertrauen, wenn ich nicht weiterweiß.

Gib mir deinen Frieden, der tiefer reicht als meine Gedanken.

Bewahre mich und die Menschen, die mir am Herzen liegen.

Und wenn ich wach liege, erinnere mich daran, dass du wach bist.

Amen.

Translate
Consent Management Platform von Real Cookie Banner