893 – Der Wert eines Menschen

893 – Der Wert eines Menschen

Sora_auf falsche Wege geleitet und dennoch nach Lösung suchend, Sora, prompted by ChatGPT
Sora_auf falsche Wege geleitet und dennoch nach Lösung suchend, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Morgen – Ihnen allen, ganz gleich, ob Sie fest im Glauben stehen, zweifeln oder einfach neugierig zuhören.

Was ist ein Mensch wert? Diese Frage klingt theoretisch, aber sie trifft mitten ins Leben. Unser Alltag bewertet ständig: Noten, Leistung, Klickzahlen, Einkommen, Attraktivität, Einfluss. Schon Kinder spüren, dass sie verglichen werden. Erwachsene auch. Und oft messen wir uns selbst am strengsten.

Die Bibel setzt einen anderen Maßstab. Sie beginnt nicht mit dem, was wir tun, sondern mit dem, was Gott tut.

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“
Psalm 139,14

Hier spricht kein überheblicher Mensch. Hier staunt einer. Er entdeckt: Mein Wert liegt nicht in meiner Bilanz, sondern in Gottes Blick auf mich. „Wunderbar gemacht“ – das heißt nicht perfekt, nicht fehlerlos, nicht makellos. Es heißt: gewollt. Gedacht. Geschaffen mit Würde.

Unsere Gesellschaft spricht viel von Selbstwert. Doch Selbstwert wird brüchig, wenn er nur aus mir selbst kommt. Wenn ich mich gut fühle, ist alles stabil. Wenn ich scheitere, gerät alles ins Wanken. Der Psalmist geht einen anderen Weg: Er gründet seinen Wert nicht in Stimmung oder Erfolg, sondern im Handeln Gottes.

Jesus greift diesen Gedanken ausdrücklich auf. Im Lukasevangelium erzählt er die Geschichte vom verlorenen Sohn – oder vielleicht besser: vom wartenden Vater. Der Sohn fordert sein Erbe, bricht auf, verschleudert alles und landet am Tiefpunkt seines Lebens. Als er schließlich umkehrt, rechnet er mit Ablehnung. Er plant eine Rede, in der er sich selbst herabstuft: nicht mehr Sohn, höchstens Tagelöhner.

Doch es kommt anders.

„Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“
Lukas 15,20

Bevor der Sohn seine vorbereitete Selbstanklage zu Ende sprechen kann, wird er umarmt. Der Vater hört nicht zuerst auf die Bilanz, sondern sieht den Menschen. Er stellt keine Bedingungen, keine Probezeit, keinen Vertrag. Er gibt ihm Würde zurück – sichtbar im Fest, im Ring, im neuen Gewand.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist nah am heutigen Leben, Sora, prompted by Michael Voß
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist nah am heutigen Leben, Sora, prompted by Michael Voß

Damit macht Jesus deutlich: Der Wert eines Menschen geht nicht verloren, selbst wenn sein Lebensweg zerbricht. Schuld ist real. Versagen ist real. Aber sie definieren nicht den Kern eines Menschen. Gottes Blick reicht tiefer.

Der Vater freut sich über das Wiedersehen mit seinem Sohn, Sora, prompted by ChatGPT
Der Vater freut sich über das Wiedersehen mit seinem Sohn, Sora, prompted by ChatGPT

So sieht Gottes Blick auf uns aus. Nicht zuerst prüfend, sondern liebend. Nicht zuerst fordernd, sondern annehmend. Unser Wert hängt nicht daran, wie gerade unsere Woche war. Er hängt an dem, der uns geschaffen hat und uns kennt.

Vielleicht ist heute ein guter Tag, sich das neu sagen zu lassen: Ich bin nicht nur das, was ich leiste. Ich bin nicht nur das, was andere über mich denken. Ich bin ein Mensch, von Gott gewollt – mit Würde, mit Geschichte, mit Zukunft.

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