895 – Hoffnung gegen die Angst

895 – Hoffnung gegen die Angst

Privates Gedenken, Sora, promptd by ChatGPT
Privates Gedenken, Sora, promptd by ChatGPT

Guten Morgen an dich – ganz gleich, wo du gerade stehst, was du glaubst oder wie es dir heute geht.

Der 24. Februar ist für viele Menschen in Europa ein schmerzhaftes Datum. Am 24. Februar 2022 begann der groß angelegte Angriff Russlands auf die Ukraine. Panzer rollten, Raketen schlugen ein, Millionen Menschen mussten fliehen. Doch dieser Krieg begann nicht erst an jenem Morgen. Bereits 2014 wurde die Krim annektiert, und in Teilen der Ostukraine herrschte schon seit Jahren bewaffneter Konflikt. Das Leid hat eine längere Geschichte.

Seitdem sind Städte zerstört worden, Familien auseinandergerissen, Kinder traumatisiert. Der Name Wladimir Putin steht für politische Entscheidungen, die unzählige Menschen das Leben gekostet haben. Und wir? Wir stehen oft davor und spüren Ohnmacht. Vier Jahre nach dem großen Überfall ist der Krieg noch immer nicht vorbei.

Was macht das mit deiner Seele? Vielleicht bist du müde geworden von Nachrichten. Vielleicht bist du wütend. Vielleicht ziehst du dich innerlich zurück, weil du das alles kaum noch aushältst.

In diese Wirklichkeit hinein spricht Jesus Worte, die kaum auszuhalten sind:

„Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“
Matthäus 5,44

Jesus bei der Bergpredigt, Sora, promptd by ChatGPT
Jesus bei der Bergpredigt, Sora, promptd by ChatGPT

Das klingt fast wie eine Zumutung. Feindesliebe – angesichts von Bomben, Gewalt und Propaganda? Jesus spricht hier nicht naiv. Er verharmlost kein Unrecht. Er nennt Böses nicht gut. Aber er durchbricht die Spirale des Hasses. Denn Hass frisst sich in Herzen – auch in die Herzen derer, die sich im Recht wissen.

Feindesliebe bedeutet nicht, Unrecht zu akzeptieren. Sie bedeutet nicht, auf Gerechtigkeit zu verzichten. Sie bedeutet, dass du dich innerlich nicht vom Hass beherrschen lässt. Dass du Gott das letzte Urteil überlässt.

Der Apostel Paulus schreibt:

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Römer 12,21

Das ist kein politisches Programm, sondern eine geistliche Haltung. Wenn du dich nur von Empörung leiten lässt, wirst du selbst hart. Wenn du nur noch Angst kennst, verlierst du die Hoffnung. Gott ruft dich in eine andere Freiheit: Du darfst klar benennen, was Unrecht ist – und zugleich dein Herz bewahren.

Vielleicht heißt das heute ganz konkret: nicht abstumpfen. Weiter beten. Für die Menschen in der Ukraine. Für die Soldaten auf beiden Seiten. Für politische Verantwortliche. Und ja – auch für diejenigen, die diesen Krieg zu verantworten haben. Nicht, weil du ihre Taten entschuldigst. Sondern weil du glaubst, dass Gott Herzen verändern kann.

Im Psalm heißt es:

„Suche Frieden und jage ihm nach!“
Psalm 34,15

Frieden fällt nicht einfach vom Himmel. Manchmal ist er mühsam. Manchmal scheint er unerreichbar. Und doch bleibt er Gottes Wille für diese Welt.

Vier Jahre nach dem großen Angriff stehen wir immer noch zwischen Hoffnung und Ernüchterung. Aber du darfst dich entscheiden, wovon du innerlich geprägt sein willst. Vom Lärm der Waffen oder vom leisen Vertrauen, dass Gott Geschichte in seinen Händen hält.

Hoffnung ist kein Wegsehen. Hoffnung ist Widerstand gegen die Verzweiflung.

Öffentliches Gedenken, Sora, promptd by ChatGPT
Öffentliches Gedenken, Sora, promptd by ChatGPT

Vielleicht beginnt sie heute ganz klein: in einem Gebet. In einer Spende. In einem Gespräch. In der Weigerung, Menschen pauschal zu verurteilen.

Gott hat das letzte Wort – nicht die Gewalt.

Herr, wir sehen das Leid dieses Krieges und wissen oft nicht, was wir sagen sollen.

Wir bitten dich für die Menschen in der Ukraine, für Schutz, Trost und Bewahrung.

Wir bitten dich für alle, die Verantwortung tragen, dass du ihre Herzen lenkst.

Bewahre uns davor, vom Hass bestimmt zu werden.

Schenke uns Mut zum Frieden und Hoffnung gegen die Angst.

Amen.

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