
Guten Morgen!
Die Vereinten Nationen haben den 3. März als „World Wildlife Day“ ausgerufen. Doch lange bevor es internationale Aktionstage gab, stellt die Bibel eine grundsätzliche Frage: Wie gehst du mit dem um, was Gott geschaffen hat?
„Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“
1. Mose 1,28
„Machet sie euch untertan“ – dieser Satz wurde oft wie ein Freibrief zur Ausbeutung verstanden. Doch Gottes Herz klingt anders. Wer weiterliest, merkt: Herrschen heißt nicht zerstören. Es heißt Verantwortung übernehmen.
„Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“
1. Mose 2,15

Bebauen und bewahren. Gestalten und schützen. Nutzen und achten. Die Erde ist kein Besitzstück, sondern ein anvertrautes Gut. Ein Geschenk, das Wert hat, weil es aus Gottes Hand kommt.
Der Weltbiodiversitätsrat IPBES stellte 2019 fest, dass rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind. Hinter dieser Zahl stehen Lebensräume, Kreisläufe, Abhängigkeiten. Und letztlich auch wir. Denn wir sind nicht außerhalb der Schöpfung – wir sind Teil von ihr.

Die Frage ist nicht nur politisch oder wirtschaftlich. Sie ist geistlich. Was macht mein Herz aus dieser Welt? Konsumiere ich sie – oder bewahre ich sie? Sehe ich nur Rohstoffe – oder erkenne ich Gottes Handschrift?
„HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“
Psalm 104,24
Staunen verändert den Blick. Wer staunt, wird vorsichtig. Wer staunt, wird dankbar. Vielleicht beginnt Bewahrung genau dort: nicht im Aktivismus, sondern im neu entdeckten Respekt.
Du kannst nicht alles verändern. Aber du kannst entscheiden, wie du lebst. Weniger verschwenden. Bewusster handeln. Maß halten. Verantwortung übernehmen, wo du Einfluss hast. Kleine Schritte sind keine Nebensache – sie sind Ausdruck von Treue.
Christlicher Glaube heißt nicht, auf eine andere Welt zu warten und diese hier aufzugeben. Er heißt, diese Welt ernst zu nehmen, weil sie Gottes Werk ist. Und Gott gibt uns Würde, indem er uns Verantwortung zutraut.

Vielleicht ist heute ein guter Moment, neu zu sagen: Herr, zeig mir meinen Platz in deinem Garten. Zeig mir, wo ich bewahren soll. Nicht aus Angst. Sondern aus Liebe.
Herr, du Schöpfer des Himmels und der Erde,
danke für die Schönheit deiner Werke.
Vergib mir, wo ich achtlos war.
Lehre mich, zu bebauen und zu bewahren.
Schenke mir Mut zu klaren Entscheidungen.
Lass mein Leben deine Liebe widerspiegeln.
Amen!
