
Willkommen zu einem neuen Tag mit einer neuen Andacht.
Wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein; und wer einen Stein wälzt, auf den kommt er zurück.
Sprüche 26,27
Manche Sätze aus der Bibel sind so bekannt geworden, dass viele Menschen gar nicht mehr wissen, woher sie ursprünglich stammen. „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ gehört genau dazu. Im Deutschen ist daraus ein festes Sprichwort geworden. Doch tatsächlich stammt dieser Gedanke direkt aus der Bibel.
Das Sprichwort beschreibt eine Erfahrung, die viele Menschen gemacht haben. Wer anderen bewusst schaden will, verstrickt sich oft irgendwann in die Folgen seines eigenen Handelns. Lügen erzeugen neue Lügen. Intrigen zerstören Vertrauen. Bitterkeit vergiftet nicht nur andere, sondern auch das eigene Herz.
Schon im Alten Testament wird deutlich: Gott sieht nicht nur das äußere Verhalten, sondern auch die Absichten dahinter. Der Vers ist keine mathematische Formel, nach der jede schlechte Tat sofort bestraft wird. Aber er beschreibt eine geistliche Wahrheit: Böses hat die Tendenz, zu seinem Ursprung zurückzukehren.

Jesus greift diesen Gedanken auf. Er sagt:
Mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Matthäus 7,2
Und an anderer Stelle fordert er seine Zuhörer heraus:
Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.
Matthäus 5,44
Jesus geht sogar noch einen Schritt weiter als das Sprichwort. Er warnt nicht nur davor, anderen Schaden zuzufügen. Er lädt dazu ein, bewusst Gutes auszusäen. Wo Hass mit Liebe beantwortet wird, entsteht etwas Neues. Wo Vergebung ausgesprochen wird, verliert Bitterkeit ihre Macht.
Vielleicht gibt es Menschen, die dich verletzt haben. Vielleicht kennst du auch die Versuchung, es ihnen heimzahlen zu wollen. Das heutige Wort erinnert daran, dass Gottes Weg anders aussieht. Nicht Vergeltung führt zum Leben, sondern die Entscheidung, Jesus nachzufolgen – auch dort, wo es schwerfällt.

So wollen wir beten:
Jesus, bewahre mein Herz davor, anderen Schaden zufügen zu wollen.
Wo Bitterkeit in mir wächst, schenke mir einen neuen Blick. Wo ich verletzen möchte, lehre mich zu heilen.
Hilf mir, Worte des Friedens auszusprechen und Wege der Liebe zu gehen. Lass mich Gutes säen, auch wenn es Mut kostet.
Danke, dass Du selbst den Weg der Vergebung gegangen bist und mich jeden Tag neu dazu einlädst.
Führe meine Gedanken, meine Worte und meine Entscheidungen. Lass durch mein Leben etwas von Deiner Liebe sichtbar werden.
Amen.
