853 – Gott sieht, wer unterdrückt wird

853 – Gott sieht, wer unterdrückt wird

Unverschleierte Frauen bei Protesten, Sora, prompted by ChatGPT
Unverschleierte Frauen bei Protesten, Sora, prompted by ChatGPT

Liebe Hörerinnen und Hörer, liebe Leser und Leserinnen,

heute schauen wir in Gedanken in ein Land, das gerade zittert. Der Iran. Hunderttausende Menschen demonstrieren dort seit Wochen – für Freiheit, für ein Leben ohne Angst, für Würde. Sie stellen sich einer Regierung entgegen, die mit Gewalt antwortet: mit Gefängnis, mit Folter, mit Schüssen.

Was hat das mit uns zu tun? Alles.

„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“
Sprüche 31,8

Diese Worte stehen nicht nur so in der Bibel, damit sie schön klingen. Sie sind ein Auftrag. Und sie klingen erschreckend aktuell, wenn wir die Bilder aus Teheran sehen, aus Isfahan, aus Shiraz. Junge Menschen, viele Frauen, stehen mit bloßen Händen auf der Straße. Ihr Wunsch: frei atmen, frei glauben, frei leben.

Jesus spricht und betet mit einem Gefangenen, Sora, prompted by ChatGPT
Jesus spricht und betet mit einem Gefangenen, Sora, prompted by ChatGPT

Jesus hat einmal gesagt:

„Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.“
Matthäus 5,10

Das ist kein billiger Trost. Kein „später wird’s schon besser“. Es ist eine Zusage: Wer heute leidet, weil er aufsteht, ist Gott besonders nah. Die Verletzlichen, die Ausgeschlossenen, die Gefolterten – sie stehen unter Gottes Schutz, auch wenn wir ihn manchmal verzweifelt suchen.

Wir können hier sitzen, auf dem Sofa, im Bus, mit dem Handy in der Hand – und innerlich still werden. Beten. Nicht vergessen. Weitergeben, was dort geschieht. Das ist keine Kleinigkeit.

„Denn er hat das Elend der Armen gesehen und die Seufzer der Gefangenen gehört, zu befreien die zum Tode Verurteilten.“
Psalm 102,21

Gefängnis im Iran, Sora, prompted by ChatGPT
Gefängnis im Iran, Sora, prompted by ChatGPT

Gott sieht. Auch wenn wir manchmal hilflos sind: Er ist es nicht. Gott kennt jedes Gesicht, jede Geschichte. Und er steht auf der Seite der Unterdrückten. Immer.

Doch was ist mit uns? Wir haben keine Straßensperren vor der Tür. Niemand verhaftet uns für unsere Meinung. Aber vielleicht verhaften wir sie selbst – wenn wir wegsehen, abschalten, umdrehen.

Ein Mensch, der schweigt, wenn er sprechen könnte, macht sich kleiner als er ist. Und macht das Unrecht größer als es sein müsste.

Deshalb sagt der Prophet Jesaja:

„Lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwe Sache!“
Jesaja 1,17

Wir müssen nicht alles lösen. Aber wir können helfen, dass die, die kämpfen, nicht allein sind. In unserer Haltung. In unserem Gebet. In unserem Mitgefühl. In unserem Mut, nicht zu schweigen.

Wir können jederzeit beten, Sora, prompted by ChatGPT
Wir können jederzeit beten, Sora, prompted by ChatGPT

Es geht nicht um Politik. Es geht um Menschen. Um Gottes geliebte Kinder. Auch im Iran.

Gott, du Freund der Schwachen,

wir bitten dich heute für die, die verfolgt werden, weil sie Gerechtigkeit wollen.

Für die Mutigen in Iran, die ihre Stimme nicht mehr zurückhalten.

Für die, die im Gefängnis sitzen, die gefoltert, erniedrigt oder getötet werden.

Steh ihnen bei. Und rüttle uns wach.

Mach uns zu Menschen, die nicht wegsehen.

Mach uns zu Beterinnen und Betern. Zu Hoffenden. Zu Handelnden.

In deinem Namen, der Freiheit schenkt.

Amen!

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