
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörerinnen und Hörer,
was bedeutet es, wenn Paulus schreibt, dass in unseren Herzen Licht leuchtet – mitten in der Zerbrechlichkeit unseres Lebens? Heute wollen wir uns gemeinsam auf einen Abschnitt aus dem zweiten Korintherbrief einlassen, der ganz tief davon spricht, wie Gottes Herrlichkeit selbst durch Schwachheit hindurch sichtbar wird.
„Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unser Herz gegeben, damit die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi aufleuchte.“
2. Korinther 4,6
Paulus erinnert uns hier an das erste Wort der Schöpfung: „Es werde Licht!“ Gott spricht Licht in unsere Finsternis hinein – in die Dunkelheit unserer Zweifel, unserer Fragen, unserer Verletzungen. Er legt diesen hellen Schein nicht in eine perfekte Hülle, sondern mitten in unser verfügbares Leben. Gottes Licht will in uns aufleuchten, damit wir selbst in einer Welt, die oft von Finsternis geprägt ist, ein lebendiges Zeugnis seiner Herrlichkeit im Angesicht Jesu Christi werden können.
„Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft nicht von uns, sondern von Gott sei.“
2. Korinther 4,7
Paulus verwendet das Bild von irdenen Gefäßen: zerbrechlich, alltäglich, unvollkommen. In solchen Gefäßen tragen wir den Schatz des Evangeliums – nicht, weil wir stark und makellos wären, sondern gerade in unserer Zerbrechlichkeit zeigt sich Gottes überragende Kraft. Wenn Gottes Licht durch unsere offenen, verletzlichen Herzen scheint, dann wird klar: Es ist nicht unser Verdienst, sondern Gottes Wirken allein, das zählt.

„Darum verzagen wir nicht; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“
2. Korinther 4,16
Hier begegnet uns ein zentraler Gedanke: Unsere äußere Schwäche – Krankheit, Müdigkeit, Alter, Enttäuschung – nimmt zu. Doch Paulus blickt auf den inneren Menschen, der von Tag zu Tag erneuert wird. Dieser innere Wandel ist ein Geschenk Gottes. Er ist kein oberflächlicher Optimismus, sondern eine tiefe, geistliche Erfahrung: Auch wenn wir äußerlich erschöpfen, wächst in uns eine Stärke, die aus Gottes Treue kommt.
„Denn wir sehen nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.“
2. Korinther 4,18
Unser Blick ist oft auf das Sichtbare gerichtet: Erfolg, Gesundheit, Anerkennung. Paulus fordert uns heraus, unseren Blick auf das Unsichtbare zu richten – auf das, was ewig ist: Gottes Gegenwart, Gottes Treue, Gottes Herrlichkeit. Wenn wir lernen, das Unsichtbare zu sehen, dann verändert das unser Leben, unsere Entscheidungen, unsere Hoffnung.

Liegt dein Herz derzeit schwer? Fühlst du dich zerbrechlich, kraftlos oder einfach müde? Paulus lädt dich ein: Halte deinen Blick nicht nur auf das, was du fühlst oder siehst. Richte deine Aufmerksamkeit auf das Licht, das Gott in dein Herz gelegt hat. Lasse zu, dass Gottes Herrlichkeit in dir aufscheint – gerade durch deine Schwachheit hindurch.
So führen uns diese Worte nicht in eine Flucht vor der Realität, sondern hinein in ein zutiefst reales Vertrauen: Gottes Licht durchstrahlt unsere Dunkelheit, und seine Kraft wird sichtbar gerade dort, wo wir menschlich gesehen zerbrechlich sind.

Gehen wir mit dieser Gewissheit in den kommenden Tag: mit einem Blick für das Ewige und dem Vertrauen, dass Gott selbst unser Herz erneuert – Tag für Tag.
Hell trotz Dunkel
(Strophe 1)
Wenn alles in mir müde ist,
und nichts mehr hält, was gestern trug,
wenn meine Kraft versiegt im Wind,
bist du da, du bleibst genug.
(Strophe 2)
Ich bin nur Ton in deiner Hand,
ein einfaches, zerbrechlich‘ Gefäß,
doch du legst deinen Schatz hinein,
und ich seh, was du in mir verstehst.
(Refrain)
Dein Licht in mir –
es leuchtet heller als der Tag.
Dein Licht in mir –
macht stark, wo ich versagen mag.
Du bist die Kraft in meinem Sein,
du schreibst Hoffnung in mein Herz hinein.
Dein Licht in mir –
es hört nie auf,
nie auf.
(Strophe 3)
Ich seh nicht weit, doch du bist nah,
du führst mich durch die Dunkelheit.
Wenn meine Augen müde sind,
zeigst du mir deine Ewigkeit.
(Bridge)
Nicht das Sichtbare trägt mich,
nicht mein Tun, nicht mein Verstand.
Du allein bist meine Stärke,
deine Liebe hält mich fest in deiner Hand.
(Refrain)
Dein Licht in mir – …
(Coda)
Auch wenn mein Körper müde wird,
mein inneres Herz bleibt nicht stehen.
Du bist da,
du bleibst da.
Dein Licht wird ewig in mir
wehen.
