
Liebe Leserin, lieber Leser,
herzlich willkommen zu dieser Andacht für den 9. Februar 2026.
„Denn wenn jemand zu euch kommt und einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium hört, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gern!“
2. Korinther 11,4
Dieses Wort des Paulus hat einen überraschend klaren Ton. Er spricht offen aus, was ihn treibt: Sorge um die Gemeinde, die er liebt. Nicht aus Überheblichkeit, sondern aus großer Verantwortung warnt er davor, sich mit Ersatz zufriedenzugeben. Er weiß: Es gibt viele Stimmen, viele Wege, viele Angebote. Doch nicht alles, was gut klingt, führt zum Ziel.
„Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich in die Gemeinde einschleichen.“
2. Korinther 11,13
Paulus spricht drastisch. Falschheit erkennt man nicht immer sofort. Sie tarnt sich, sie klingt vertraut, sie nutzt Worte, die wir kennen. Und doch fehlt es an der Tiefe, an der Kraft, an der Verbindung zu dem, der unser Leben verändern will: Jesus Christus. Paulus fordert dazu heraus, nicht oberflächlich zu prüfen, sondern wach zu bleiben – in Herz und Verstand.
„Und kein Wunder; denn der Satan selbst verstellt sich als Engel des Lichts.“
2. Korinther 11,14

Diese Warnung trifft mitten in unser Leben. Licht wirkt anziehend, es lässt alles schön erscheinen. Doch nicht jedes Licht führt uns ans Ziel; manches blendet nur. Paulus ruft dazu auf, genauer hinzusehen – nicht misstrauisch, aber aufmerksam. Nicht gleich alles abzulehnen, was neu ist, aber das Fundament zu prüfen: Woher kommt diese Botschaft? Wen verherrlicht sie?
Das ist kein leichter Weg. Es ist anstrengend, in all den Stimmen den echten Klang des Evangeliums herauszuhören. Aber Paulus selbst zeigt, wie tief seine Verbundenheit mit Christus ist. Er „boastet“ nicht über sich, sondern über die Treue dessen, der ihn berufen hat. Sein Stolz liegt nicht in eigenen Leistungen, sondern in der Gemeinschaft mit Jesus und in dem, was Jesus in ihm gewirkt hat.
Vielleicht kennst du das: Angebote, Antworten, Wege, die versprechen, das Leben zu erleichtern oder zu erklären. Manche sind bereichernd, andere verlockend, wieder andere gefährlich. Paulus lädt uns ein, uns auf das einzig Verlässliche zu stützen – auf Christus, nicht auf Ersatz. Sein Evangelium bleibt Maß und Mitte.


Deshalb lohnt es sich zu prüfen, zu fragen, zu vergleichen. Und dabei nicht allein zu bleiben. In Gemeinschaft, im Gebet, im Austausch mit Menschen, die Jesus kennen und lieben, wird das Unterscheiden leichter. Es ist ein Weg der Klarheit, der Mut erfordert und gleichzeitig Orientierung schenkt.
Jesus, du wahrer Weg und wahres Licht,
hilf mir, die Stimmen dieser Zeit mit deinem Wort zu vergleichen.
Schenke mir Mut, nicht nur dem Vertrauten zu folgen,
sondern dem, der mein Herz wirklich verändert.
Führe mich, wenn Zweifel mich umgibt,
und schenke mir die Gewissheit deiner Nähe.
Lass mich nicht blenden von Schein und Falschheit,
sondern sehen, was echt ist in deinem Licht.
Amen!
