
Willkommen zu einem neuen geistlichen Impuls.
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
1. Korinther 13,1
Kaum ein Bibeltext wird häufiger zitiert als das sogenannte Hohe Lied der Liebe. Viele Menschen begegnen ihm auf Hochzeiten oder Festgottesdiensten. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass Paulus diese Worte ursprünglich nicht für eine romantische Feier schrieb.
Die Stadt Korinth war eine wohlhabende Hafenstadt im antiken Griechenland. Menschen unterschiedlichster Herkunft lebten dort zusammen. Auch die christliche Gemeinde war bunt gemischt. Doch genau das führte zu Spannungen. Es gab Streit, Konkurrenzdenken und die Frage, wer in der Gemeinde wichtiger sei.
Einige Christen waren stolz auf ihre besonderen geistlichen Gaben. Andere fühlten sich weniger bedeutend. Paulus reagiert auf diese Situation mit einem Abschnitt, der bis heute zu den schönsten Texten der Weltliteratur gehört.

Interessant ist dabei schon die Entstehung. Das Hohe Lied der Liebe war ursprünglich kein eigenständiges Gedicht. Es ist Teil eines längeren Briefes, den Paulus etwa in den Jahren 54 bis 55 nach Christus an die Gemeinde in Korinth schrieb. Zwischen ausführlichen Erklärungen über geistliche Gaben und das Gemeindeleben setzt Paulus dieses außergewöhnliche Kapitel.
Er macht deutlich: Nicht Begabung, Wissen oder Einfluss stehen im Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Die Liebe steht darüber.

Damit beginnt eine Wahrheit, die uns die nächsten Tage begleiten wird.
Lasst uns mit diesem Gedanken beten.
Jesus Christus, danke, dass Du mir zeigst, was wahre Liebe bedeutet.
Bewahre mich davor, Menschen nach Leistung oder Erfolg zu beurteilen.
Öffne mein Herz für Deine Sicht auf andere Menschen.
Lass Deine Liebe tiefer wachsen als mein Wunsch nach Anerkennung.
Und führe mich in den kommenden Tagen tiefer hinein in das, was Paulus damals erkennen durfte.
Amen.
