
Willkommen zu einem neuen Tag mit einer neuen Andacht.
Freundlichkeit wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Doch gerade in einer Welt, in der viele Menschen gereizt, gestresst oder verletzt sind, kann sie zu einer echten Kraft werden. Freundlich zu bleiben bedeutet nicht, alles hinzunehmen oder Konflikten aus dem Weg zu gehen. Es bedeutet vielmehr, anderen mit der Liebe zu begegnen, die Jesus selbst vorgelebt hat.
„So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Über dies alles aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.“
Kolosser 3,12–14

Der Apostel Paulus schreibt diese Worte an Christen, die sehr unterschiedlich waren. Sie hatten verschiedene Hintergründe, Meinungen und Erfahrungen. Trotzdem erinnert er sie daran, dass ihre gemeinsame Identität in Jesus wichtiger ist als alles, was sie voneinander trennt. Deshalb fordert er sie auf, Freundlichkeit bewusst „anzuziehen“ – so wie man morgens ein Kleidungsstück anzieht.
Das ist ein spannendes Bild. Freundlichkeit ist nicht nur ein Gefühl, das zufällig entsteht. Sie ist eine Entscheidung. Jeden Tag neu kannst du wählen, wie du Menschen begegnest. Manchmal kostet das Überwindung. Vielleicht begegnet dir heute jemand ungeduldig, schroff oder verletzend. Genau dann erinnert dich dieser Bibeltext daran, dass dein Verhalten nicht von der Stimmung anderer bestimmt werden muss.
Jesus selbst hat das eindrucksvoll vorgelebt. Er war freundlich zu Menschen, die von anderen übersehen wurden. Er begegnete Zöllnern, Kranken, Ausgegrenzten und sogar denen mit Respekt, die ihn später ablehnten. Seine Freundlichkeit war nie oberflächlich. Sie war Ausdruck seiner Liebe und Wahrheit zugleich.

Freundlichkeit verändert nicht immer sofort den anderen. Aber sie verändert oft die Atmosphäre. Ein verständnisvolles Wort, ein ehrliches Lächeln oder geduldiges Zuhören können einen Tag völlig verändern. Und selbst wenn niemand darauf reagiert, sieht Gott jede Entscheidung, die aus Liebe zu ihm getroffen wird.

Vielleicht ist genau das heute deine Aufgabe: nicht lauter zu werden als die Welt um dich herum, sondern ihr mit der Freundlichkeit Jesu zu begegnen. Darin steckt oft mehr Stärke, als wir zunächst vermuten.
Lass uns mit diesen Gedanken zu Gott kommen.
Herr Jesus Christus,
danke, dass du mir jeden Tag mit Geduld, Barmherzigkeit und Liebe begegnest. Deine Freundlichkeit trägt mich, auch wenn ich sie oft gar nicht bewusst wahrnehme.
Hilf mir, diese Freundlichkeit weiterzugeben. Schenke mir ein offenes Herz für die Menschen, die mir heute begegnen. Bewahre mich davor, vorschnell zu urteilen oder verletzend zu reagieren.
Wenn Worte hart werden, gib mir Sanftmut. Wenn Hektik meinen Alltag bestimmt, schenke mir Ruhe. Wenn ich verletzt werde, erinnere mich daran, wie groß deine Liebe ist.
Lass mein Leben etwas von deinem Licht widerspiegeln. Nicht damit ich selbst gesehen werde, sondern damit Menschen durch mein Handeln etwas von dir erkennen.
Danke, dass deine Liebe stärker ist als alle Härte dieser Welt. Mit dir darf ich jeden neuen Tag beginnen und in deinem Frieden leben.
Amen.
