Hass macht hässlich

Hass macht hässlich

Hass, DALL·E, prompted by Michael Voß
Hass, DALL·E, prompted by Michael Voß

Hier finden Sie aus aktuellem Anlass einige Andachten zum Thema „Hass“ und zu dem was Jesus Christus dagegen setzt: Liebe.

Sie können sich die Andachten anhören, in dem Sie auf das jeweilige Video klicken. Sie können aber auch die Texte lesen. Dafür klicken Sie einfach auf „mehr“.

1046 – Hass trägt viele Gesichter

Gedenken, Gemini
Gedenken, Gemini

Schön, dass du dir an diesem schweren Morgen Zeit für diese Andacht nimmst.

Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis.
1. Johannes 2,9

Nach dem Anschlag im Umfeld des Christopher Street Days in Berlin bleiben Trauer, Entsetzen und viele offene Fragen. Ein Mensch wurde getötet, zahlreiche weitere wurden verletzt. Während die Ermittlungen laufen, werden in sozialen Netzwerken bereits Urteile gefällt, Gruppen beschuldigt und alte Feindbilder bedient.

Zwei Beiträge desselben Accounts zeigen, wie widersprüchlich das werden kann. In einem Beitrag werden Menschen beim CSD pauschal herabgewürdigt. Abwertende Begriffe machen aus einzelnen Menschen eine verachtete Gruppe. Wenige Stunden später verweist derselbe Account auf die Fahndung nach einem Tatverdächtigen und hebt dessen ausländische Herkunft hervor.


Original-Screenshot bei Threads, 25.07.26
Original-Screenshot bei Threads, 25.07.26
Original-Screenshot bei Threads, 26.07.26 (Der mutmaßliche Täter ist verstorben, die Fahndung läuft nicht mehr, deshalb ist das Gesicht unkenntlich gemacht worden.)
Original-Screenshot bei Threads, 26.07.26 (Der mutmaßliche Täter ist verstorben, die Fahndung läuft nicht mehr, deshalb ist das Gesicht unkenntlich gemacht worden.)

Doch die entscheidende Grenze verläuft nicht zwischen Deutschen und Ausländern. Sie verläuft nicht zwischen Kulturen, Parteien oder gesellschaftlichen Gruppen. Sie verläuft durch jedes menschliche Herz.

Hass braucht keine bestimmte Nationalität. Er kann in einem Menschen wachsen, der hier geboren wurde, und ebenso in einem Menschen, der aus einem anderen Land stammt. Er kann religiös, politisch oder gesellschaftlich begründet werden. Seine Sprache verändert sich, doch sein Ziel bleibt gleich: Der andere soll nicht mehr als Mitmensch gesehen werden.

Darum warnt die Bibel so eindringlich vor Hass. Sie behandelt ihn nicht wie eine harmlose Meinung. Hass verdunkelt den Blick. Er lässt uns nur noch Gruppen sehen, keine Menschen. Er macht aus Sprache eine Waffe und aus Verachtung irgendwann eine scheinbare Rechtfertigung für Gewalt.

Wer seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet.
1. Johannes 2,11

Das bedeutet nicht, dass jede harte Äußerung automatisch zu einer Gewalttat führt. Es bedeutet aber, dass Worte eine Richtung vorgeben. Wer Menschen fortwährend als minderwertig, gefährlich oder widerwärtig beschreibt, trägt dazu bei, dass ihre Würde aus dem Blick gerät.

Jesus widerspricht dieser Logik mit einer Forderung, die kaum radikaler sein könnte:

Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.
Matthäus 5,44

Jesus während der Bergpredigt, ChatGPT
Jesus während der Bergpredigt, ChatGPT

Jesus verlangt damit nicht, Gewalt zu dulden oder Schuld zu verschweigen. Opfer brauchen Schutz. Täter müssen Verantwortung übernehmen. Der Rechtsstaat muss ermitteln und gerecht handeln. Liebe bedeutet nicht, das Böse schönzureden.

Liebe bedeutet, dem Bösen nicht zu erlauben, auch das eigene Herz zu vergiften.

Es ist leicht, den Hass des anderen zu erkennen. Schwerer ist es, die eigene Verachtung wahrzunehmen. Vielleicht verurteilen wir Gewalt und benutzen gleichzeitig Worte, die ganze Gruppen entmenschlichen. Vielleicht fordern wir Respekt für uns selbst, während wir anderen ihre Würde absprechen.

Gut überlegen, was man teilt, Gemini
Gut überlegen, was man teilt, Gemini

Johannes schreibt dazu unmissverständlich:

Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner.
1. Johannes 4,20

Die Liebe Jesu ist nicht gefühlsduselig. Sie ist mutig. Sie nennt Hass „Hass“ – auch dann, wenn er aus den eigenen Reihen kommt. Sie widerspricht Menschenfeindlichkeit, ohne selbst menschenfeindlich zu werden. Sie trauert mit den Opfern, verlangt Gerechtigkeit und weigert sich dennoch, Herkunft oder Zugehörigkeit zum Urteil über einen ganzen Menschenkreis zu machen.

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Römer 12,21

Vielleicht ist das heute unser Auftrag: nicht jedes vorschnelle Urteil weiterzugeben, keine pauschale Verachtung zu teilen und den Menschen hinter einem Etikett nicht zu vergessen. Wir dürfen klar widersprechen, ohne selbst zu hassen. Wir dürfen Gerechtigkeit fordern, ohne ganze Gruppen anzuklagen. Wir dürfen trauern und zugleich daran festhalten, dass die Liebe Christi stärker ist als jede Ideologie der Verachtung.

Bringen wir deshalb unsere Trauer, unsere Wut und auch unsere eigenen dunklen Gedanken vor Jesus.

Jesus, vor dir stehen wir mit unserer Trauer,
mit unserer Wut und unseren offenen Fragen.
Du siehst die Getöteten und Verletzten,
ihre Angehörigen und alle, die um sie bangen.

Tröste, wo Worte nicht mehr reichen.
Heile Körper und verwundete Seelen.
Schenke den Ermittlern Weisheit
und lass Wahrheit und Gerechtigkeit ans Licht kommen.

Bewahre mein Herz vor Hass.
Zeige mir, wo ich Menschen vorschnell verurteile,
wo meine Worte verletzen
und wo ich anderen ihre Würde abspreche.

Lehre mich, dem Bösen klar zu widersprechen,
ohne selbst vom Bösen bestimmt zu werden.
Gib mir Mut zur Wahrheit
und ein Herz, das trotzdem lieben kann.

Lass mich nicht nach Herkunft sortieren,
nicht nach Gruppen und nicht nach Etiketten.
Lass mich in jedem Menschen
dein Geschöpf erkennen.

Mach mich zu einem Friedensstifter.
Wo Verachtung laut wird,
lass mich menschlich bleiben.
Wo Hass Menschen trennt,
lass deine Liebe durch mich sichtbar werden.

Jesus, überwinde das Böse in unserer Welt
und beginne damit auch in mir.
Amen.

515 – Worte, die spalten – Worte, die heilen

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörerinnen und Hörer,

Worte haben Kraft. Worte können trösten, aufbauen, heilen. Aber Worte können auch verletzen, spalten und Hass säen. Die aktuelle politische Diskussion zeigt, wie sehr Sprache unser Denken und unsere Gesellschaft beeinflussen kann. Worte, die bewusst Emotionen wie Wut und Angst schüren, führen zu einer Spaltung – und irgendwann zu Gewalt.

Die Bibel kennt die Macht der Worte. Jakobus schreibt:

„So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet’s an!“
Jakobus 3,5

Ein kleines Wort kann eine große Wirkung haben. Eine ungerechte Anschuldigung, eine Verleumdung, eine Lüge – sie breiten sich aus wie ein Lauffeuer und zerstören Vertrauen. Aber auch gute Worte haben Macht: Ein Wort des Trostes kann eine verzweifelte Seele retten. Eine liebevolle Ermutigung kann ein gebrochenes Herz heilen.

Worte können auch trösten, Imagen 3, prompted by ChatGPT 4o
Worte können auch trösten, Imagen 3, prompted by ChatGPT 4o

Doch in unserer Gesellschaft erleben wir eine Sprache, die zunehmend spaltet. Ein Tagesschau-Artikel hat verschiedene Stimmen aus Politik und Wissenschaft zusammengetragen, die sich mit der zunehmenden Radikalisierung der Sprache befassen. Dabei wird deutlich, dass immer mehr Politiker eine Sprache der Wut und Polarisierung nutzen. Sie setzen bewusst auf starke Emotionen, um Wählerinnen und Wähler hinter sich zu versammeln – oft auf Kosten von Wahrheit, Respekt und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Ich habe diesen Artikel ausgewertet, um die dort genannten Aussagen mit biblischen Wahrheiten zu ergänzen.

Ein Politiker in einer hitzigen Debatte, aggressiv gestikulierend, Imagen 3, prompted by ChatGPT 4o
Ein Politiker in einer hitzigen Debatte, aggressiv gestikulierend, Imagen 3, prompted by ChatGPT 4o

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die Aussage von CDU-Fraktionsvize Jens Spahn, der mit drastischen Worten auf ein Verbrechen verwies:

„Ich sag’s noch einmal: Ein zweijähriges Kind wurde bestialisch durch einen illegal im Land befindlichen Afghanen ermordet. Es war nicht die erste Tat, es passiert jeden Tag: Gruppenvergewaltigungen, Messerattacken (…)“
Quelle: Tagesschau

Solche Aussagen rufen starke Emotionen hervor – sie schockieren, entsetzen, und sie lenken den Blick auf bestimmte Menschengruppen. Sie verstärken Ängste und schüren Misstrauen. Auch der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger verwenden eine scharfe Rhetorik. Aiwanger sagte etwa, einige Politiker in Berlin hätten „den Arsch offen“ (Quelle: Tagesschau).

Aber auch Politiker der ehemaligen Ampel-Koalition nutzen eine scharfe Sprache. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte in einer Diskussion zur Migrationspolitik über die CDU:

„Man kann das ganze Land nicht mit Fake-News zupflastern!“
Quelle: Tagesschau

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour kritisierte die Rhetorik der Union mit den Worten:

„Wer hier mit Angst spielt, sollte sich fragen, ob er wirklich an Lösungen interessiert ist oder nur an Wählerstimmen.“
Quelle: Tagesschau

Henning Lobin, Professor für Sprachwissenschaft, beschreibt, dass die politische Auseinandersetzung „fast nur noch von Emotionen dominiert“ wird. Die erfolgreichste Emotion sei dabei die Wut:

„Wut ist ein wunderbares Instrument, um Menschen zusammenzuführen. Und wenn erst mal eine solche Gruppenbildung stattgefunden hat, dann kann man sich viel leichter davorstellen und eine Fahne schwenken.“
Quelle: Tagesschau

Diese „Fahne“ steht oft für einfache Lösungen: Migration begrenzen, Grenzen schließen, Abschiebungen forcieren. Die Sprache wird bewusst so gewählt, dass sie polarisiert.

Doch was ist der Preis dieser Rhetorik? Der Politikwissenschaftler Marc Debus warnt:

„Es gibt etliche Studien, die belegen, dass die Wählerinnen und Wähler die aggressive, ablehnende Haltung gegenüber Migranten irgendwann ‚als normal‘ empfinden. Und es dann als normal, als okay empfinden, extreme Parteien zu wählen.“
Quelle: Tagesschau

Die Bibel fordert uns zu einer anderen Art der Sprache auf.

„Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“
Epheser 4,32

Der Konfliktforscher Lars Wiegold sieht in der aktuellen Entwicklung eine große Gefahr:

„Es geht gar nicht mehr darum, sich zu verständigen oder den Dialog irgendwie aufrechtzuerhalten. Sondern um eine klare Abschottung – und um eine Dämonisierung einer bestimmten Menschengruppe.“
Quelle: Tagesschau

Zwei Menschen, die sich in einer Diskussion emotional gegenüberstehen, Imagen 3, prompted by ChatGPT 4o
Zwei Menschen, die sich in einer Diskussion emotional gegenüberstehen, Imagen 3, prompted by ChatGPT 4o

Jesus fordert uns auf, Frieden zu stiften:

„Selig sind die Friedenstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
Matthäus 5,9

Lasst uns darauf achten, wie wir sprechen. Lasst uns für die Wahrheit eintreten – aber in Liebe. Lasst uns für Gerechtigkeit kämpfen – aber mit Respekt. Lasst uns unsere Worte so wählen, dass sie nicht spalten, sondern heilen.

Herr, vergib uns, wo wir mit unseren Worten anderen geschadet haben. Lehre uns, mit Liebe zu sprechen, mit Weisheit zuzuhören und mit Mut für die Wahrheit einzustehen. Mache uns zu Menschen, die Frieden bringen.

Amen!


348 – Frieden in Zeiten des Schmerzes: Wie wir als Christen auf den Anschlag in Solingen reagieren

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973 – Wenn Menschen härter werden

Jugendliche lachen Obdachlose aus, ChatGPT
Jugendliche lachen Obdachlose aus, ChatGPT

Ein Mann filmt in der Straßenbahn, wie zwei Jugendliche einen Obdachlosen auslachen. Niemand greift ein. Einige schauen kurz hoch, dann wieder auf ihr Handy. Später landet das Video im Netz. Tausende Kommentare. Spott. Häme. Wut. Menschen schreiben Dinge, die sie einem anderen niemals ins Gesicht sagen würden. Und irgendwo dazwischen sitzt vielleicht jemand, der innerlich längst aufgegeben hat, weil er nur noch erlebt: Laut gewinnt. Härte gewinnt. Rücksicht ist Schwäche geworden.

Hallo du,

es ist schwer geworden, freundlich zu bleiben. Die Stimmung hat sich verändert. Menschen reagieren aggressiver, gereizter, schneller verletzt und gleichzeitig gnadenlos gegenüber anderen. Diskussionen eskalieren sofort. Im Internet reicht oft ein Satz, damit Hass losbricht. Politiker werden bedroht. Einsatzkräfte angegriffen. Kinder lernen schon früh, andere öffentlich bloßzustellen. Und viele fragen sich heimlich: Was passiert gerade mit uns?

Aggressive Hasskommentare in sozialen Medien, ChatGPT
Aggressive Hasskommentare in sozialen Medien, ChatGPT

Die Bibel beschreibt etwas, das erschreckend aktuell klingt:

„Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit.“
Epheser 4,31

Das Problem beginnt nämlich selten mit Gewalt. Es beginnt oft viel früher. Mit Bitterkeit. Mit innerem Frust. Mit Verletzungen, die sich festsetzen. Menschen tragen Enttäuschungen mit sich herum wie glühende Kohlen. Irgendwann reicht dann ein kleiner Anlass — und alles explodiert.

Viele sind müde geworden. Müde von Krisen. Müde von Angst. Müde davon, ständig kämpfen zu müssen. Manche reagieren darauf mit Rückzug. Andere mit Zynismus. Wieder andere mit Wut. Und genau dort verändert sich etwas Gefährliches: Das Herz wird hart.

Jesus schlichtet einen Streit, ChatGPT
Jesus schlichtet einen Streit, ChatGPT

Jesus begegnet solchen Menschen erstaunlich anders. Er schreit nicht zurück. Er macht Menschen nicht fertig, obwohl er jedes Recht dazu gehabt hätte. Gleichzeitig war er nicht naiv. Er nennt Lüge beim Namen. Er widerspricht Heuchelei. Aber er verliert nie die Liebe zum Menschen.

Gerade das unterscheidet Jesus von vielen Stimmen unserer Zeit. Heute gilt oft: Wer am lautesten beleidigt, gewinnt Aufmerksamkeit. Wer dem anderen maximal schadet, bekommt Klicks. Doch Christus zeigt eine andere Stärke. Keine schwache Freundlichkeit, die alles hinnimmt. Sondern eine Klarheit, die nicht zerstört.

Darum geht der Vers weiter:

„Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“
Epheser 4,32

Freundlichkeit wirkt heute fast rebellisch. Nicht gespielt höflich. Sondern echte Barmherzigkeit. Menschen nicht sofort abstempeln. Nicht jedes Gespräch wie einen Krieg führen. Nicht jede Schwäche öffentlich ausschlachten.

Denn die Wahrheit ist: Aggression steckt an. Aber Barmherzigkeit auch.

Vielleicht erinnerst du dich an Situationen, in denen ein einziger ruhiger Mensch plötzlich die ganze Atmosphäre verändert hat. Einer, der nicht zurückbeleidigt. Einer, der zuhört. Einer, der Frieden hineinbringt statt weiteres Feuer.

Frau versucht einen Streit zu schlichten, ChatGPT
Frau versucht einen Streit zu schlichten, ChatGPT

Genau das meint Jesus, wenn er sagt:

„Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
Matthäus 5,9

Frieden schaffen ist nicht bequem. Es kostet etwas. Stolz. Rechthaben. Manchmal sogar den eigenen Vorteil. Aber genau dort beginnt etwas Neues. Nicht durch große Reden. Sondern durch Menschen, die sich nicht von Hass bestimmen lassen.

Vielleicht kannst du die Welt nicht verändern. Aber du kannst entscheiden, welche Art Mensch du selbst wirst. Ob du Öl ins Feuer gießt — oder Licht in dunkle Räume bringst.

Jesus selbst wurde verspottet, beleidigt und angegriffen. Trotzdem blieb sein Herz offen. Am Kreuz bittet er sogar für die Menschen, die ihn töten.

Das ist keine Schwäche. Das ist eine Kraft, die diese Welt dringend braucht.

Jesus Christus,

unsere Welt ist voller Wut geworden.

Oft tragen auch wir Härte in uns, obwohl wir eigentlich Frieden suchen.

Bewahre unser Herz davor, kalt zu werden.

Schenke uns den Mut, freundlich zu bleiben, wenn andere verletzen.

Hilf uns, Menschen nicht abzuschreiben.

Lass deine Liebe stärker sein als unser Zorn.

Und zeige uns, wie echter Frieden beginnt.

Amen!

372 – Liebe und Hass – welche Richtung zeigt unser Herz?

Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich mit euch über ein Thema nachdenken, das uns alle angeht: Wie gehen wir mit Menschen um, die eine andere Meinung haben als wir? Jüngst hat Donald Trump, der ehemalige US-Präsident, in aller Öffentlichkeit gegen die Sängerin Taylor Swift geschossen. In Großbuchstaben schrieb er auf seiner Plattform, dass er sie „hasst“. Worte des Hasses, die auf Resonanz stoßen, polarisieren und Wellen schlagen. Doch als Christen, wie gehen wir mit solchen Momenten um, in denen uns Hass begegnet – sei es in der Weltpolitik, in den Medien oder in unserem eigenen Leben?

Der Satz „Ich hasse Taylor Swift“ zeigt uns in seiner ganzen Direktheit, wie schnell Menschen verurteilt werden können, wenn sie eine andere politische Meinung haben. Auch Taylor Swift hat ihre Position klar bezogen und ruft ihre Millionen von Fans dazu auf, sich politisch zu engagieren und zu wählen. Es geht hier nicht nur um politische Lager oder um die nächste US-Wahl. Es geht um eine tiefere Frage: Was machen wir, wenn uns der Hass trifft? Wenn Menschen uns gegenüber feindselig sind, uns öffentlich verurteilen oder diffamieren?

Jesus selbst hat uns in Matthäus 5,44 eine klare Richtung vorgegeben:

„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“

Das ist eine revolutionäre Aussage, die uns heute genauso fordert wie damals. In einer Zeit, in der Politiker, Prominente oder auch Menschen in unserem Umfeld zu öffentlichen Verurteilungen neigen, sind wir gerufen, anders zu handeln. Wo Hass regiert, sind wir berufen, Liebe zu säen. Wo Verurteilung und Trennung herrschen, sollen wir Brücken der Versöhnung bauen.

Auch im 1. Johannes 2,9 lesen wir, was es bedeutet, in der Liebe zu leben. Dort heißt es:

„Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis.“

Das Wort „Licht“ steht hier für das, was gut, wahrhaftig und gottgefällig ist. Aber wenn unser Herz von Hass erfüllt ist, dann leben wir in der Finsternis, egal wie hell unser äußeres Leben auch scheinen mag. Es ist leicht, uns von den dunklen Gefühlen mitreißen zu lassen, besonders wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen oder die Ansichten anderer nicht nachvollziehen können. Doch die Bibel erinnert uns daran: Wer hasst, bleibt in der Finsternis. Und das ist eine ernste Warnung.

In einer Welt, in der der Ton immer rauer wird, wo Menschen über soziale Medien oder in den Nachrichten permanent in Konflikte geraten, kann es sich anfühlen, als würde der Hass gewinnen. Aber Jesus zeigt uns einen anderen Weg: Liebe deine Feinde. Steh für das ein, was du für richtig hältst, aber tue es mit Liebe. Denn nur die Liebe hat die Kraft, uns wirklich zu verändern.

Diskussionen müssen nicht im Hass enden, DALL·E, prompted by ChatGPT 4o
Diskussionen müssen nicht im Hass enden, DALL·E, prompted by ChatGPT 4o

Diese biblische Botschaft wird besonders wichtig, wenn wir darüber nachdenken, wie wir auf die großen und kleinen Konflikte in unserem Leben reagieren. Vielleicht erlebst du, wie jemand in deiner Familie, deinem Freundeskreis oder auf der Arbeit deine Ansichten oder Entscheidungen angreift. Es kann schmerzhaft sein, aber Hass ist nie die Antwort. Es ist die Liebe, die Heilung bringt.

Vielleicht erinnerst du dich an die berühmten Worte des Apostels Paulus, die er in Römer 12,21 schreibt:

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

Es wird immer Situationen geben, in denen uns Menschen herausfordern, uns vielleicht sogar provozieren. Aber unser Auftrag ist klar: Lass dich nicht vom Bösen besiegen. Lass nicht zu, dass der Hass dein Herz vergiftet. Stattdessen sollen wir das Böse mit Gutem überwinden – in der Politik, in den Medien und in unserem persönlichen Umfeld.

Lassen wir uns von dieser Botschaft leiten und überlegen, wie wir in unserem Alltag diese Liebe leben können. Vielleicht ist es eine liebevolle Antwort auf eine unfaire Kritik, eine versöhnliche Geste gegenüber einem Kollegen oder ein Gebet für jemanden, der uns verletzt hat. Der Weg der Liebe ist nicht immer der einfachste, aber er ist der Weg, der uns ins Licht führt.

Lasst uns gemeinsam beten:

Herr, hilf uns, nicht dem Hass zu erliegen. Gib uns die Kraft, unsere Feinde zu lieben und das Böse mit Gutem zu überwinden. Lass uns in Deinem Licht leben und mit Deiner Liebe handeln, auch wenn es schwerfällt.

Amen!

345 – „Liebe deine Feinde“ – Christsein in Zeiten des Hasses

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