844 – Gerechtigkeit, die nach Öl riecht

844 – Gerechtigkeit, die nach Öl riecht

Maduro und Trump, Sora, prompted by ChatGPT
Maduro und Trump, Sora, prompted by ChatGPT

Liebe Hörerinnen und Hörer, liebe Leserinnen und Leser,

was ist ein gerechter Herrscher? Und wie erkennt man, ob jemand wirklich für die Freiheit kämpft – oder doch eher für Macht, Einfluss oder Rohstoffe?

Die Nachrichten vom 3. Januar 2026 haben die Welt erschüttert. US-Präsident Trump verkündet den Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, zeigt ihn gefesselt auf einem US-Kriegsschiff und kündigt in einem Atemzug Investitionen in das venezolanische Ölgeschäft an. Freiheit fürs Volk, sagt er – aber mit Dollars in der Hinterhand.

Und wir? Wir stehen da und fragen uns: Ist das jetzt das Gute? Ist das Gottes Wille? Oder riecht es eher nach einer alten Geschichte: Mächtige Nationen, die mit großen Worten kommen, aber vor allem ihre Taschen füllen wollen?

Gott kennt dieses Spiel. Und er hat sich nie blenden lassen – weder von Gold noch von glänzender Macht.

„Deine Fürsten sind Abtrünnige und Diebesgesellen; sie lieben Geschenke und jagen nach Bestechung. Den Waisen schaffen sie kein Recht, und die Sache der Witwe kommt nicht vor sie.“
Jesaja 1,23

Hier spricht Gott nicht über Venezuela oder die USA. Er spricht über das eigene Volk, das sich von Gerechtigkeit entfernt hat. Über Machthaber, die große Reden halten – aber kleine Leute im Stich lassen. Über Systeme, in denen Geld und Macht wichtiger sind als Wahrheit und Schutz für die Schwachen.

Politische Verhandlungen, Sora, prompted by ChatGPT
Politische Verhandlungen, Sora, prompted by ChatGPT

Gott geht es nicht um Öl oder Einfluss. Ihm geht es um das Herz. Um das Herz des Herrschers – und um das Herz des Volkes.

„Wenn die Gerechten groß werden, freut sich das Volk; wenn aber der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.“
Sprüche 29,2

Natürlich – Nicolás Maduro war kein Gerechter. Korruption, Repression, wirtschaftlicher Zerfall – das alles hat sein Volk schwer belastet. Menschen haben unter ihm gelitten. Ein Ende seiner Herrschaft kann mancher als Befreiung empfinden.

Betender junger Mann, Sora, prompted by ChatGPT
Betender junger Mann, Sora, prompted by ChatGPT

Aber was kommt danach? Wer „Befreiung“ bringt, aber dann mit Ölkonzernen einzieht, statt mit offenen Händen – ist das wirklich ein neuer Anfang? Oder nur eine andere Form der Ausbeutung?

Jesus selbst hat Macht nie wie die Großen dieser Welt eingesetzt. Er hat sich nicht bedienen lassen. Er hat gedient. Und als man ihn zum König machen wollte – da ging er weg.

Einmal fragte er seine Jünger, was wahre Größe bedeutet. Und seine Antwort sprengt jedes Machtdenken:

„Ihr wisst: Die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht. Sondern wer unter euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“
Markus 10,42–43

Vielleicht sollten auch Politiker mal diese Worte lesen, bevor sie sich an die Macht klammern oder als „Befreier“ auftreten. Vielleicht sollten wir alle uns prüfen, mit welchen Maßstäben wir Gerechtigkeit beurteilen – und ob wir nicht zu oft nur auf äußere Erfolge schauen.

Gerechtigkeit, die wirklich von Gott kommt, macht nicht Lärm. Sie lebt in der Stille. Sie setzt sich für die Schwachen ein. Sie tut, was richtig ist, auch wenn es keiner merkt.

Und sie lässt sich nicht kaufen. Nicht für Öl, nicht für Ruhm, nicht für politische Punkte.

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“
Amos 5,24

Darum bitten wir heute. Für Venezuela. Für alle, die jetzt unter neuer Unsicherheit leiden. Für alle, die in der Politik über Frieden und Gerechtigkeit reden – und dann doch andere Pläne haben.

Und auch für uns, dass wir unsere Augen nicht verschließen. Und unsere Herzen nicht abstumpfen lassen.

Venezolanischer Straßenzug, Sora, prompted by ChatGPT
Venezolanischer Straßenzug, Sora, prompted by ChatGPT

Guter Gott,
Dios bueno,

wir beten für Venezuela.
oramos por Venezuela.

Für das geschundene Land,
por esta tierra herida,

für die Kinder, die Angst haben,
por los niños llenos de miedo,

für die Familien, die nicht wissen, wem sie trauen können.
por las familias que ya no saben en quién confiar.

Wir beten für die Mächtigen – dass du ihnen das Herz weich machst.
Oramos por los poderosos – ablanda tú sus corazones.

Und uns gib bitte Weisheit, zu unterscheiden zwischen schöner Rede und echter Gerechtigkeit.
Danos sabiduría para ver la verdad entre palabras bonitas y justicia verdadera.

Hilf uns, nicht gleichgültig zu werden.
No permitas que caigamos en la indiferencia.

Und schenke deinem Frieden Raum.
Y abre caminos para tu paz.

Amen!
¡Amén!

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