
Guten Morgen!
Heute ist der internationale Tag der seltenen Erkrankungen. Ein Tag, der an Menschen erinnert, die oft im Verborgenen kämpfen. Ihre Diagnose ist selten – ihr Alltag dagegen sehr konkret: Arzttermine, Unsicherheiten, Hoffen und Bangen. Und nicht selten das Gefühl, mit all dem ziemlich allein zu sein.
Vielleicht kennst du jemanden, der so lebt. Vielleicht trägst du selbst eine Last, die kaum jemand sieht. Krankheit hat viele Gesichter. Manche sind offensichtlich. Andere bleiben verborgen hinter einem Lächeln.
Die Bibel erzählt von einem Mann, der am Straßenrand liegt. Verletzt. Ausgeraubt. Abgehängt vom Leben. Viele gehen vorbei. Einer bleibt stehen.
„Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.“
Lukas 10,33-34

Dieser Samariter bleibt nicht bei einem guten Gefühl stehen. Er handelt. Er lässt sich unterbrechen. Er investiert Zeit, Kraft und Geld. Nächstenliebe bekommt hier Hände und Füße.
Menschen mit seltenen Krankheiten wissen, wie kostbar so ein Mensch an ihrer Seite ist. Eine Ärztin, die nicht aufgibt. Freunde, die nicht müde werden zuzuhören. Familie, die mitträgt, auch wenn es anstrengend wird. Und eine Gesellschaft, die Würde höher bewertet als Effizienz.

Jesus beendet die Geschichte mit einem klaren Satz:
„So geh hin und tu desgleichen!“
Lukas 10,37
Das ist kein Druck. Es ist eine Einladung. Gott traut dir zu, Teil seiner Barmherzigkeit zu sein. Du kannst vielleicht keine Krankheit heilen. Aber du kannst zuhören. Du kannst Geduld haben. Du kannst nachfragen. Du kannst helfen, ganz konkret.
Und vielleicht bist du selbst gerade der Mensch am Wegesrand. Erschöpft. Überfordert. Müde vom Kämpfen. Dann gilt dir eine andere Zusage:
„Der HERR richtet die Elenden auf und hilft den Bedürftigen.“
Psalm 146,7-8
Gott sieht dich. Er übersieht niemanden. Nicht die mit seltenen Diagnosen. Nicht die mit unsichtbaren Wunden. Nicht dich.
Heute ist ein guter Tag, um nicht weiterzugehen wie die anderen. Ein guter Tag, stehenzubleiben. Hinzusehen. Dich bewegen zu lassen.
Nächstenliebe beginnt klein. In einer Nachricht. In einem Besuch. In einem offenen Ohr. Und manchmal in dem Mut, selbst um Hilfe zu bitten.

Herr, öffne meine Augen für die Menschen neben mir.
Gib mir ein Herz, das nicht wegschaut.
Schenke mir Geduld, wenn Hilfe Kraft kostet.
Und sei du selbst nahe bei allen, die mit Krankheit und Schwäche leben.
Tröste die, die sich allein fühlen.
Stärke die, die nicht mehr weiterwissen.
Und mache mich bereit, deinen Auftrag zu leben.
Amen!
