974 – Zwischen Bollerwagen und Himmel

974 – Zwischen Bollerwagen und Himmel

Saufgelage oder Himmelfahrt?, ChatGPT
Saufgelage oder Himmelfahrt?, ChatGPT

Hallo du,

der Erste kippt schon morgens um neun das dritte Bier. Aus der Bluetoothbox grölt Partymusik über den Feldweg. Ein paar Meter weiter zieht ein Traktor einen Anhänger voller Männer durch die Gegend. Gelächter. Alkohol. Vatertag eben. Oder Männertag. Für viele ist das heute völlig klar. Frei haben. Saufen. Laut sein. Irgendwie „Männerding“.

Und irgendwo dazwischen steht ein christlicher Feiertag, dessen Bedeutung fast unter die Räder gekommen ist: Christi Himmelfahrt.

Die Frage ist nicht, ob Menschen Spaß haben dürfen. Natürlich dürfen sie das. Die Frage ist eher: Was feiern wir eigentlich heute?

Denn ursprünglich ging es an diesem Tag nicht um Bierkästen auf Bollerwagen. Nicht um Eskalation. Nicht um den nächsten Pegel. Heute erinnert die Kirche daran, dass Jesus Christus nach seiner Auferstehung zu seinem Vater in den Himmel zurückkehrt. Das klingt für manche vielleicht weit weg. Fast fremd. Aber eigentlich steckt darin eine unglaublich aktuelle Botschaft.

„Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Blicken.“
Apostelgeschichte 1,9

Die Freunde von Jesus standen damals da und starrten in den Himmel. Verunsichert. Ratlos. Vielleicht auch traurig. Jesus war nicht mehr sichtbar bei ihnen. Und trotzdem beginnt genau dort etwas Neues: Verantwortung. Vertrauen. Hoffnung, die nicht an Sichtbares gebunden ist.

Christi Himmelfahrt sagt nämlich nicht: „Jesus ist weg.“ Sondern: Er herrscht. Er bleibt wirksam. Er sieht diese Welt. Auch heute.

Und wenn man ehrlich ist, braucht unsere Gesellschaft genau das gerade dringend. Denn wir erleben genug Menschen, die versuchen, Leere mit Lautstärke zu füllen. Unsicherheit mit Alkohol. Einsamkeit mit Dauerparty. Gerade viele Männer stehen unter Druck. Stark sein. Funktionieren. Gefühle runterschlucken. Nicht schwach wirken.

Vielleicht erklärt das sogar, warum dieser Tag irgendwann zum „Männertag“ geworden ist. Männer suchen Gemeinschaft. Freiheit. Ausbruch aus dem Alltag. Daran ist erstmal nichts falsch.

Aber wenn Gemeinschaft nur noch über Alkohol funktioniert, läuft etwas schief.

Wenn Väter am Vatertag kaum bei ihren Kindern sind, sondern sturzbetrunken durch die Gegend ziehen, wird aus einem Feiertag plötzlich ein Widerspruch.

Und vielleicht muss man genau das wieder offen sagen dürfen, ohne moralisch von oben herab zu klingen: Wir verlieren gerade den Sinn vieler Dinge.

Denn Himmelfahrt ist kein Relikt aus einer alten Kirchenwelt. Dieser Tag erinnert daran, dass der Mensch mehr ist als Konsum, Rausch und Selbstvergessenheit. Jesus zieht sich nicht aus der Welt zurück. Er richtet den Blick der Menschen neu aus.

„Was steht ihr da und seht zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen.“
Apostelgeschichte 1,11

Die Engel sagen den Männern damals praktisch: Starrt nicht nur nach oben. Geht los. Lebt anders. Übernehmt Verantwortung.

Das wäre eigentlich ein gewaltiger Gedanke für diesen heutigen Feiertag.

Gesprächsrunde im Garten, ChatGPT
Gesprächsrunde im Garten, ChatGPT

Was wäre, wenn Männer sich heute wirklich treffen würden — nicht nur zum Trinken, sondern zum Reden? Ehrlich. Ohne Show. Ohne Dauerwitz. Was wäre, wenn Väter Zeit mit ihren Kindern verbringen würden statt mit dem nächsten Kasten Bier? Was wäre, wenn wir diesen Tag nutzen würden, um über Würde, Verantwortung und Glauben nachzudenken?

Vater und Sohn gemeinsam unterwegs, ChatGPT
Vater und Sohn gemeinsam unterwegs, ChatGPT

Vielleicht braucht es gar kein Entweder-oder. Niemand muss den Vatertag verbieten. Niemand muss Freude schlechtreden. Aber vielleicht sollten wir uns fragen, warum ausgerechnet ein christlicher Feiertag fast vollständig von Konsum und Alkohol überdeckt wurde.

Denn Jesus Christus steht für etwas völlig anderes. Nicht für Kontrollverlust, sondern für Freiheit. Nicht für Verdrängung, sondern für Wahrheit. Nicht für Flucht, sondern für Hoffnung, die trägt, wenn das Leben schwer wird.

Und genau deshalb lohnt sich dieser Feiertag noch immer.

Vielleicht sogar mehr denn je.

Die Kirche als Ort zum Feiern, ChatGPT
Die Kirche als Ort zum Feiern, ChatGPT

Jesus Christus,

dieser Tag ist voller Stimmen, voller Lärm und voller Ablenkung.

Hilf uns, nicht zu vergessen, worum es heute eigentlich geht.

Schenke Männern Mut, ehrlich zu leben und Verantwortung zu übernehmen.

Stärke Väter in ihrer Liebe zu ihren Kindern.

Bewahre Menschen davor, Leere mit Alkohol und Oberflächlichkeit zu betäuben.

Und richte unseren Blick neu auf dich.

Auf deine Wahrheit.

Auf deine Hoffnung.

Auf den Himmel, der mehr ist als eine alte religiöse Idee.

Amen!

Translate
Consent Management Platform von Real Cookie Banner