847 – Liebe, die trägt: Was wir von den „Wochenendrebellen“ lernen können

847 – Liebe, die trägt: Was wir von den „Wochenendrebellen“ lernen können

Vater und Sohn im Stadion, Sora, prompted by ChatGPT
Vater und Sohn im Stadion, Sora, prompted by ChatGPT

Liebe Leserinnen und liebe Leser, liebe Hörerinnen und liebe Hörer,

was für ein Film! Am 5. Januar lief auf SAT.1 „Wochenendrebellen“, eine tragikomische Reise durch Fußballstadien – und vor allem durch eine Vater-Sohn-Beziehung, die ihresgleichen sucht. Der zehnjährige Jason ist Autist. Sein Vater Mirco verspricht ihm, mit ihm alle Stadien der 56 Profivereine zu besuchen, damit er seinen Lieblingsverein finden kann. Klingt verrückt? Ist es auch. Aber im besten Sinne. Diese Geschichte ist echt. Und sie ist tief berührend.

Vater und Sohn auf Bahnreise, Sora, prompted by ChatGPT
Vater und Sohn auf Bahnreise, Sora, prompted by ChatGPT

Sie zeigt, wie weit Liebe gehen kann – nicht als romantisches Gefühl, sondern als echte, anstrengende, hingebungsvolle Tat. Und damit sind wir schon mittendrin in einem biblischen Thema.

Der Apostel Paulus schreibt:

„Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf.“
1. Korinther 13,4

Liebe ist nicht einfach. Sie ist oft das Gegenteil von bequem. Sie kostet Kraft, Zeit und Nerven. Jason im Film hat feste Routinen, kann plötzliche Reize nur schwer verarbeiten. Und doch macht sich sein Vater mit ihm auf die Reise. Eine Reise zu Stadien – aber vor allem eine Reise zu seinem Sohn. Und genau das ist das Evangelium in Aktion: Jemand gibt nicht auf. Jemand bleibt da. Jemand sagt: Du bist es mir wert, auch wenn es anstrengend ist.

Jesus selbst hat das vorgelebt:

„Dies ist mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“
Johannes 15,12

Wie hat Jesus geliebt? Nicht mit perfekten Worten. Sondern mit offenen Händen. Mit Nähe. Mit Geduld. Mit dem Willen, Menschen wirklich zu sehen – auch und gerade die, die „anders“ waren. Menschen, die gesellschaftlich durchs Raster fielen, die keine Lobby hatten, die herausforderten. Und genau so ein Mensch ist Jason.

20260106_Sora_Jesus und Kind, Sora, prompted by ChatGPT
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Die biblische Liebe ist keine schnelle Antwort auf komplexe Fragen. Sie ist eine Entscheidung. Eine, die trägt – auch über Grenzen hinweg.

Jason hat viele dieser Grenzen. Und seine Eltern – besonders sein Vater – stoßen immer wieder an ihre. Der Film macht das nicht klein. Die Beziehung der Eltern leidet unter der ständigen Belastung. Der Job des Vaters steht auf der Kippe. Es kommt zum Bruch. Und doch: Beide kommen zurück zueinander. Warum? Weil die Liebe nicht locker lässt. Weil sie aushält. Weil sie Wege findet – manchmal Umwege –, aber niemals aufgibt.

Im Film ist es am Ende nicht das Stadion oder der Lieblingsverein, der zählt. Es ist die gemeinsame Zeit. Es ist die Beziehung. Und genau das erinnert an den Kern unseres Glaubens: Gott ist nicht interessiert an schnellen Erfolgen, sondern an echter Gemeinschaft mit uns. Er geht mit uns. Auch wenn der Weg durch dunkle Stadien führt. Oder durch schiefe Familienstrukturen. Oder durch Diagnosen, die alles verändern.

Vielleicht hast du selbst Menschen in deinem Umfeld, die „anders“ sind. Herausfordernd. Laut oder still. Vielleicht bist du manchmal selbst der, der sich fremd fühlt, nicht verstanden wird. Dann darfst du wissen: Du bist kein Fehler. Du bist kein Projekt. Du bist ein geliebter Mensch. Von Gott. Und es gibt Menschen, die das sehen können – wenn wir bereit sind, so zu lieben wie Jesus.

Ein letzter Gedanke. Jason stellt sich am Ende vor seine Klasse und erklärt seine Sicht. Er erklärt, warum er manchmal „ausrastet“, warum er Dinge anders wahrnimmt. Und plötzlich verstehen ihn die anderen. Manchmal braucht es genau das: Ehrlichkeit. Verletzlichkeit. Und Menschen, die zuhören – wirklich zuhören.

Selbstbewusster Vortrag, Sora, prompted by ChatGPT
Selbstbewusster Vortrag, Sora, prompted by ChatGPT

So wie Gott uns zuhört.

Jesus,

du hast Menschen nie in Schubladen gesteckt.

Hilf uns, liebevoll zu sehen – auch wenn es anstrengend ist.

Mach uns geduldig, verständnisvoll und offen für das, was wir nicht verstehen.

Und danke, dass du uns so liebst – mit all unseren Eigenheiten.

Amen!

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