882 – Wenn Pläne sich auflösen – und trotzdem etwas trägt

882 – Wenn Pläne sich auflösen – und trotzdem etwas trägt

Gott ist überall - auch in deiner Stadt, Sora, prompted by ChatGPT
Gott ist überall – auch in deiner Stadt, Sora, prompted by ChatGPT

Guten Morgen an alle, die diesen Tag bewusst beginnen – egal, ob mit Kaffee, mit Fragen oder mit einer gewissen Müdigkeit im Herzen. Vielleicht sind Sie gerade voller Tatendrang. Vielleicht aber auch enttäuscht, weil etwas anders gekommen ist, als Sie es sich vorgenommen hatten.

Wir planen viel. Termine, Karrieren, Beziehungen, Hoffnungen. Manche Pläne entstehen aus Träumen, andere aus purem Pflichtgefühl. Und dann gibt es diese Momente, in denen etwas kippt. Eine Zusage wird zurückgezogen. Eine Tür bleibt zu. Ein Gespräch läuft völlig anders als gedacht. Plötzlich steht man da mit einem inneren Satz, der schwer wiegt: So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Die Bibel kennt diese Erfahrung gut. Sie verschweigt nicht, dass Menschen immer wieder an Punkte kommen, an denen ihre Sicherheiten zerbröseln.

"...aber der HERR allein lenkt seinen Schritt", Sora, prompted by ChatGPT
„…aber der HERR allein lenkt seinen Schritt“, Sora, prompted by ChatGPT

„Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.“
Sprüche 16,9

Das ist kein frommer Trost, der Pläne kleinredet. Es ist eine nüchterne Beobachtung. Wir denken Wege aus. Wir investieren Energie. Und dennoch behalten wir nicht die Kontrolle. Das anzuerkennen fällt schwer. Denn Kontrollverlust fühlt sich schnell nach Scheitern an.

Auch Jesus selbst ist diesen Weg gegangen. Er wusste, was vor ihm lag – und doch hat er gezögert, gerungen, gebetet.

„Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!“
Matthäus 26,39

Das ist kein Satz der Stärke im klassischen Sinn. Es ist ein ehrlicher Satz. Einer, der Angst kennt. Einer, der Wunsch und Vertrauen nebeneinander aushält. Jesus zeigt: Glauben heißt nicht, immer souverän zu sein. Glauben heißt manchmal, den eigenen Plan loszulassen, ohne schon zu wissen, was stattdessen kommt.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist Dietrich Bonhoeffer. Er war Theologe, Widerstandskämpfer, Denker. Seine Pläne waren klar: Nach dem Krieg wollte er lehren, schreiben, neu anfangen. Doch dazu kam es nicht. Kurz vor Kriegsende wurde er hingerichtet. In einem seiner letzten Texte schreibt er dennoch von einem Vertrauen, das nicht aus günstigen Umständen wächst, sondern mitten im Verlust. Diese Texte sind überliefert, unter anderem in „Widerstand und Ergebung“.

Bonhoeffers Leben zeigt: Ein erfülltes Leben misst sich nicht daran, ob alle Pläne aufgehen. Es misst sich daran, worauf wir uns verlassen, wenn sie scheitern.

Wie gehts weiter, Sora, prompted by ChatGPT
Wie gehts weiter, Sora, prompted by ChatGPT

Vielleicht stehen Sie heute an so einer Stelle. Vielleicht müssen Sie etwas verabschieden, das Ihnen wichtig war. Dann ist diese Andacht keine Aufforderung, das schönzureden. Trauer über zerbrochene Pläne darf Raum haben. Aber sie muss nicht das letzte Wort behalten.

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“
Römer 8,28

Dieser Satz verspricht nicht, dass alles gut wird. Er sagt auch nicht, dass alles Sinn ergibt. Er sagt: Es gibt etwas, das trägt. Auch dann, wenn wir den Boden unter den Füßen verlieren.

Vielleicht beginnt dieser neue Tag nicht mit einem klaren Plan, sondern mit offenen Händen. Und vielleicht ist genau das der Ort, an dem Gott Ihnen näher ist, als Sie denken.

Gott, du siehst unsere Wege.

Du kennst unsere Pläne und unsere Enttäuschungen.

Gib uns den Mut, loszulassen, was wir nicht halten können.

Und schenke uns Vertrauen für das, was wir noch nicht sehen.

Amen!

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