
Guten Morgen.
Heute ist der Gedenktag von Frances von Rom. In der katholischen Kirche wird sie als Heilige verehrt. In der evangelischen Kirche gibt es diese Form der Heiligenverehrung nicht. Und doch schauen wir auch als evangelische Christen gern auf Menschen, deren Leben vom Vertrauen auf Gott geprägt war. Menschen, die uns etwas zeigen können von gelebtem Glauben im Alltag. Frances von Rom gehört zu ihnen.
Sie wurde 1384 in eine wohlhabende Familie geboren. Ihr Leben hätte bequem und abgesichert verlaufen können. Doch Rom war in ihrer Zeit von Armut, Krankheiten und politischen Unruhen geprägt.
Frances öffnete ihr Haus für Bedürftige. Sie pflegte Kranke. Sie versorgte Menschen mit Nahrung. Während einer schweren Hungersnot gab sie sogar große Teile ihres Besitzes weg.
Ihre Familie war darüber zunächst alles andere als begeistert. Doch Frances blieb bei dem, was sie als richtig erkannte: anderen Menschen dienen.
Sie tat das nicht, um bekannt zu werden. Sie tat es, weil sie glaubte, dass Gott genau dort wirkt – mitten im Alltag.
In der Bibel sagt Jesus:
„Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.“
Lukas 16,10

Treue beginnt nicht mit großen Bühnen. Sie beginnt mit kleinen Entscheidungen.
Ein freundliches Wort.
Ein offenes Ohr.
Eine helfende Hand.
Oft erscheinen uns solche Dinge unbedeutend. Doch Jesus sieht das anders.
Er erzählt einmal von einem großen Gericht am Ende der Zeit. Dort wird nicht nach Ruhm gefragt, nicht nach Titeln und nicht nach Erfolgen.
Er sagt:
„Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“
Matthäus 25,35
Die Menschen in dieser Geschichte sind überrascht. Sie fragen: Wann haben wir das getan?
Und Jesus antwortet: Immer dann, wenn ihr einem anderen Menschen geholfen habt.
Genau so lebte Frances von Rom. Nicht spektakulär. Aber treu.
Vielleicht fühlt sich unser Alltag manchmal auch unscheinbar an. Arbeit, Familie, Verpflichtungen, kleine Aufgaben – Tag für Tag.
Doch vielleicht liegt gerade darin eine tiefe Wahrheit: Dass Gott nicht nur im Außergewöhnlichen wirkt, sondern mitten im Gewöhnlichen.
In jeder guten Entscheidung. In jeder helfenden Geste. In jeder Form von Liebe.
Die Welt verändert sich oft nicht durch große Momente – sondern durch viele kleine.
Vielleicht ist heute genau so ein Tag.
Ein Tag, an dem wir treu sein können im Kleinen.
Ein Tag, an dem wir sehen, wo jemand Hilfe braucht.
Ein Tag, an dem wir merken: Auch unscheinbare Taten können Licht bringen.

Gott,
du siehst unser Leben mit all seinen kleinen Momenten.
Hilf uns, treu zu sein im Alltag.
Öffne unsere Augen für Menschen, die unsere Hilfe brauchen.
Und schenke uns den Mut, Liebe praktisch werden zu lassen.
Amen!
