154 – Licht im digitalen Dunkel: Christliches Handeln gegen Hass im Netz

154 – Licht im digitalen Dunkel: Christliches Handeln gegen Hass im Netz

Hass im Internet, DALL·E, prompted by Michael Voß
Hass im Internet, DALL·E, prompted by Michael Voß

Liebe Leser und Leserinnen, liebe Hörer und Hörerinnen,

wir stehen heute vor einer Herausforderung, die so alt ist wie die Menschheit selbst, und doch in einer Form, die unserer Zeit eigentümlich ist: dem Hass. Die jüngste Studie, vorgestellt von Bundesfamilienministerin Lisa Paus und dem „Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz“, wirft ein grelles Licht auf die Schatten unserer digitalen Gesellschaft. Fast jede zweite Person in Deutschland – 49% um genau zu sein – wurde schon einmal online beleidigt. Ein Viertel der Befragten wurde sogar mit körperlicher Gewalt bedroht und 13% mit sexualisierter Gewalt. Besonders alarmierend ist, dass Personen mit sichtbarem Migrationshintergrund, junge Frauen, sowie Menschen mit homosexueller und bisexueller Orientierung überproportional oft Ziel dieser Angriffe sind.

Diese Zahlen sind nicht bloß Statistiken; sie sind ein Spiegelbild der Schmerzen und Ängste, die viele in unserer Mitte tragen. Sie zeugen von einer Verrohung des Diskurses, die unsere Gesellschaft spaltet und die Fundamente unserer Demokratie untergräbt. Lisa Paus mahnt:

„Hass im Netz ist allgegenwärtig. Viele Menschen sind davon abgestoßen oder eingeschüchtert, halten sich zurück oder schweigen. Das gibt denen Raum, die laut und aggressiv sind. Es bedroht unsere Demokratie.“

Als Christen sind wir aufgerufen, in dieser Welt Salz und Licht zu sein. Doch wie können wir dieser Berufung in einem Klima des Hasses gerecht werden? Die Bibel lehrt uns, dass „Liebe geduldig und freundlich ist; sie eifert nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf“ (1. Korinther 13:4). Diese Worte des Apostels Paulus sind ein Leitfaden für unser Handeln, sowohl offline als auch online.

Im Buch der Sprüche finden wir die Mahnung:

„Durch Geduld wird ein Fürst überredet, und eine sanfte Zunge bricht Knochen.“

Sprüche 25:15

Geduld und Sanftmut sind mächtige Werkzeuge gegen Hass. Sie erlauben es uns, Brücken zu bauen, wo Mauern errichtet wurden, und Licht in die dunkelsten Ecken des Internets zu bringen.

Jesus selbst lehrte uns, unsere Feinde zu lieben und für jene zu beten, die uns verfolgen (Matthäus 5:44). Dieser radikale Aufruf zur Liebe ist vielleicht schwerer zu befolgen als jede andere Anweisung, doch er ist der Schlüssel, um Hass mit Mitgefühl zu begegnen. In einer Welt, die schnell mit Verurteilung und Spott ist, seien wir diejenigen, die Vergebung und Verständnis anbieten.

 Es ist an der Zeit, dass wir, gestützt durch unseren Glauben, uns gegen den Hass im Netz stellen.   Dies bedeutet, aktiv zuzuhören, mit Empathie zu antworten und uns gegen Ungerechtigkeit auszusprechen, wo immer wir ihr begegnen. Es bedeutet auch, diejenigen zu unterstützen, die unter digitaler Gewalt leiden, und Räume zu schaffen, in denen sicher und respektvoll kommuniziert werden kann.

Die Studie und die Worte von Ministerin Paus sowie der Vertreterinnen und Vertreter des „Kompetenznetzwerks gegen Hass im Netz“ sind ein Weckruf. Sie erinnern uns daran, dass jeder von uns eine Rolle dabei spielen kann, das Internet zu einem Ort zu machen, der von Verständnis, Respekt und Liebe geprägt ist. Lasst uns gemeinsam dafür einstehen, dass unsere digitale Welt ein Spiegelbild der besten Teile unserer Menschlichkeit wird.

Amen.

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