211 – Die Liebe Gottes im Angesicht des Leids

211 – Die Liebe Gottes im Angesicht des Leids

So stellt die KI den Satz "Gott ist Liebe" bildlich dar, DALL·E, prompted by Michael Voß
So stellt die KI den Satz „Gott ist Liebe“ bildlich dar, DALL·E, prompted by Michael Voß

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

wir beginnen heute mit einem herausfordernden Vorwurf:

„Gott ist die Liebe (1. Joh 4,8). Dieser Gott lässt Mann und Weib, Kind und Säugling der Amalekiter (grausam) töten.. (1. Sam 15,2-3) DAMIT ist die christliche Religion ERLEDIGT !“

Kritik an KI-Andacht bei X

Dieser Einwand bringt eine tiefe und schwierige Fragestellung zum Ausdruck, mit der sich Gläubige seit Jahrhunderten auseinandersetzen: Wie können wir den Gott der Liebe mit den Geschichten des Alten Testaments in Einklang bringen, in denen Gewalt und Zerstörung vorkommen?

Zunächst erkennen wir in 1. Johannes 4,8 eine fundamentale Wahrheit unseres Glaubens:

„Gott ist Liebe.“

Dieses einfache, doch mächtige Statement definiert die Essenz dessen, wer Gott ist und wie Er sich zu uns verhält. Doch wie passt diese Beschreibung zu den Ereignissen in 1. Samuel 15,2-3, wo von einem Gott berichtet wird, der sagt:

„Nun zieh hin und schlage Amalek und vollstrecke den Bann an allem, was er hat; verschone ihn nicht, sondern töte Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.“?

Um diesen scheinbaren Widerspruch zu verstehen, müssen wir uns zunächst bewusst machen, dass die Bibel ein komplexes Zeugnis von Gottes Beziehung zu seinem Volk über verschiedene Epochen hinweg ist. Sie spiegelt die Entwicklung des menschlichen Verständnisses von Gott und Ethik im Laufe der Zeit wider. Die Erzählungen des Alten Testaments, einschließlich der schwierigen Passagen über Gottes Urteile, müssen im Kontext ihrer Zeit und Kultur betrachtet werden.

Jedoch bietet uns das Neue Testament, insbesondere durch die Person Jesu Christi, eine tiefere und vollständigere Offenbarung von Gottes Charakter. Jesus verkörpert die Liebe Gottes in einer Weise, die alle früheren Vorstellungen in den Schatten stellt. Er lehrte uns, unsere Feinde zu lieben, wie es in Matthäus 5,44 steht:

„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“

Dieses Gebot zur Liebe, selbst gegenüber unseren Feinden, markiert einen radikalen Bruch mit vielen Traditionen und Lehren seiner Zeit.

Dies führt uns zu einer wichtigen christlichen Überzeugung: In Jesus sehen wir das vollkommene Bild Gottes, wie Kolosser 1,15 es ausdrückt:

„Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.“

Seine Lehren und sein Beispiel bieten uns eine Linse, durch die wir die gesamte Schrift betrachten sollten. Er lädt uns ein, die komplexen und herausfordernden Aspekte des Alten Testaments im Licht seiner Liebe und Gnade zu interpretieren.

Es ist auch wichtig zu erkennen, dass die Bibel uns einlädt, mit Gott im Gebet über unsere Zweifel und Fragen zu ringen. Gott fordert uns auf, nach Verständnis zu suchen und dabei zu erkennen, dass unser menschliches Verständnis begrenzt ist.

Schließlich erinnert uns die christliche Botschaft daran, dass Gottes ultimatives Ziel die Erlösung und Wiederherstellung aller Dinge ist. In der Offenbarung 21,4-5 wird uns eine Vision der Hoffnung gegeben:

„Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu.“

Liebe Geschwister, mögen wir, auch wenn wir mit schwierigen Fragen konfrontiert werden, immer wieder Zuflucht in der grenzenlosen Liebe Gottes finden, die uns in Jesus Christus offenbart wurde. Lasst uns in dieser Liebe wachsen und sie in der Welt verbreiten, zu Ehren desjenigen, der uns zuerst geliebt hat.

Amen.

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