
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörer,
am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Ein Datum, das in der deutschen Geschichte wie ein gellender Warnruf steht. Ein Tag, der zeigt, wie schnell Freiheit durch Gleichgültigkeit, Angst und Hass verloren gehen kann. Und ein Tag, der uns alle immer wieder fragt: Was tun wir mit der Verantwortung, die uns anvertraut ist?
Es war kein Putsch, kein Krieg, kein Aufstand, der Hitler an die Macht brachte. Es war ein schleichender Verlust an demokratischer Wachsamkeit, genährt von der Sehnsucht nach Ordnung, Größe, einfachen Lösungen. Menschen applaudierten, hofften, verdrängten – und gaben damit den Weg frei für millionenfaches Leid, für die Shoa, für einen Weltkrieg.
„Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen.“
Jesaja 5,20
Auch heute, am 30. Januar 2026, stehen wir wieder an einer Schwelle. Rechtsextreme Parteien gewinnen an Zustimmung. Antisemitismus bricht sich Bahn – in Worten, in Bildern, in Taten. Menschen werden bedroht, weil sie für Menschlichkeit aufstehen. Politikerinnen erhalten Morddrohungen. Synagogen brauchen Polizeischutz. Und viele sagen: „Das wird schon nicht so schlimm werden.“
Wie oft haben wir das in der Geschichte schon gedacht?

Die Bibel ruft uns zur Wachsamkeit. Immer wieder. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem klaren Ruf zur Gerechtigkeit. Zur Wahrheit. Zum Schutz der Schwachen. Und zur Umkehr, wenn wir auf falschen Wegen gehen.
„Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“
Sprüche 31,8
Die Frage nach unserer Verantwortung ist keine Frage der Politik allein. Sie ist eine Frage des Herzens. Sie betrifft unser Schweigen und unser Reden. Unsere Haltung. Unsere Entscheidungen im Alltag.
Wer im Licht Jesu steht, kann nicht schweigen, wenn andere im Dunkeln verschwinden. Wer glaubt, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist, kann nicht wegsehen, wenn Hass regiert. Wer auf Gottes Gnade hofft, kann nicht gleichgültig bleiben, wenn Menschen um Würde kämpfen.
„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“
2. Timotheus 1,7
#niewieder ist keine Phrase. Es ist ein Auftrag. Für uns. Heute. In diesem Jahr 2026. Vielleicht ist die Andacht, die du gerade liest, ein Moment der Erinnerung – oder der Weckruf, den du brauchst. Vielleicht spürst du eine Ahnung davon, dass Gott dich genau jetzt braucht – in deinem Umfeld, mit deiner Stimme, deinem Mut, deinem Herz.

Wir können Geschichte nicht ungeschehen machen. Aber wir können Verantwortung tragen. Und wir dürfen gewiss sein: Gott geht mit uns, wenn wir aufstehen für das Gute.
Wir schweigen nicht
(1. Strophe – Vergangenheit)
Wir sahen Züge, die ins Dunkel rollten,
wir hörten Schreie hinter Stein und Stahl.
Wir standen still, weil wir nicht fühlen wollten,
was Wahrheit war – und machten uns einmal…
(2. Strophe – Vergangenheit)
Wir sangen Lieder mit gestohlnem Klang,
wir ließen Bücher, Herzen, Häuser brennen.
Wir folgten blind dem Marsch im Totentakt,
und nannten’s Pflicht, statt Schuld zu erkennen.
(Refrain 1)
Nie wieder soll die Lüge siegen,
nie wieder soll der Hass uns binden.
Wir tragen Licht durch jedes Schweigen
und lassen Wahrheit wieder finden.
(3. Strophe – Gegenwart)
Heute hetzen sie in neuen Farben,
im Netz, auf Straßen, durch das Parlament.
Sie klopfen wieder an der Angst der Armen
und nennen Ausgrenzung gesunden Trend.
(4. Strophe – Gegenwart)
Doch wir sind viele – und wir stehen auf,
wir singen laut mit klarer Zuversicht.
Wir leben anders, lieben ohne Kauf,
und halten fest am Angesicht…
(Refrain 2)
Nie wieder soll die Lüge siegen,
nie wieder soll der Hass uns binden.
Wir tragen Licht durch jedes Schweigen
und lassen Wahrheit wieder finden.
(Schluss – Gebet / Andacht)
Ich bitte dich, Herr,
gib mir Mut, wo ich feige bin.
gib mir Klarheit, wo ich mich blenden lasse.
gib mir Liebe, wo Hass sich breitmacht.
gib mir Worte, wenn ich schweigen will.
gib mir Kraft, wo Widerstand nötig ist.
gib mir Frieden, den ich weitergeben kann.
Amen!
